Projekt in Zistersdorf

Mega-Rechenzentrum soll auf 14 Hektar entstehen

Ein Geheim-Projekt in Zistersdorf sorgt jetzt für Gesprächsstoff: Die geplante Flächengröße ist nämlich gigantisch. "Heute" fragte nach.
Erich Wessely
23.09.2026, 05:15
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Derzeit sprießen Rechenzentrums-Pläne in Österreich wie Schwammerl aus dem Boden, denn: KI benötigt Rechenleistung.

Die größten (bisher bekannten) Rechenzentren in Niederösterreich sind in Achau (3,5 Hektar) sowie in Leopoldsdorf (zwei Projekte; 6,2 bzw. 4,5 Hektar groß) geplant. Toppen würde alles ein Projekt nordöstlich von Zistersdorf (Bezirk Gänserndorf): Widmungsüberlegungen beziehen sich auf eine Flächengröße von rund 14 Hektar.

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Über den Projektbetreiber ist wenig bekannt, im April 2025 wurde die Firma Datacenter Zistersdorf GmbH & Co KG ins Leben gerufen. Als Geschäftsführer fungieren Dirk K. (ein deutscher Windparkbetreiber mit Biohof) und Immo-Unternehmer Oliver S. – Anfragen an die beiden Chefs blieben bis gestern unbeantwortet. Oliver S. scheint im Übrigen noch als Geschäftsführer weiterer rund 20 Firmen auf, u.a. der Datacenter Strasshof Developers GmbH oder der Datacenter Donauraum GmbH & Co KG.

Möglich, dass in Zistersdorf also (wie in anderen Fällen) gar kein konkreter, großer (US)-Konzern hinter den Plänen steckt, sondern ein Rechenzentrum erst einmal gebaut und später die Infrastruktur vermietet werden soll.

"Kein konkretes Projekt eingereicht"

"Da derzeit noch kein konkretes Projekt eingereicht wurde, können weder ein möglicher Baustart noch allfällige Genehmigungsverfahren abschließend beurteilt werden", so Bürgermeister Elmar Schöberl (VP) gegenüber "Heute". Sollte das Projekt konkreter werden, werden Bürger "selbstverständlich zeitgerecht informiert".

Standort nordöstlich von Zistersdorf

In einer Stellungnahme erklärt der Bürgermeister: "Aktuell läuft ein raumordnungsrechtliches Verfahren zur Schaffung der erforderlichen Widmungsvoraussetzungen für die mögliche Ansiedlung eines Rechenzentrumsstandortes in Zistersdorf. Derzeit liegt noch kein konkretes Einreichprojekt vor, weshalb zahlreiche Detailfragen noch nicht abschließend beantwortet werden können. Zur geplanten Flächengröße ist festzuhalten, dass sich die Widmungsüberlegungen auf ein Areal von rund 14 Hektar beziehen. Die dafür vorgesehenen Flächen befinden sich im Bereich nordöstlich von Zistersdorf in einem bereits durch technische Infrastruktur vorgeprägten Umfeld."

"Derzeit keine näheren Auskünfte"

Ob und in welchem Umfang künftig weitere Verfahren erforderlich sein werden, sei von der konkreten Projektgestaltung abhängig: "Auch zu potenziellen Projektpartnern bzw. Investoren können derzeit keine näheren Auskünfte erteilt werden. Die Stadtgemeinde führt laufend Gespräche mit Interessenten und unterstützt die Entwicklung eines zukunftsorientierten Wirtschaftsstandortes." Und: Die Stadtgemeinde Zistersdorf lege großen Wert auf Transparenz und Bürgerinformation.

Schwer im Magen liegt Anrainern die vertane Chance beim letzten Großprojekt in Zistersdorf, nämlich die Abwärme der Müllverbrennungsanlage zu nutzen. Hier betont Schöberl: "Hinsichtlich einer möglichen Nutzung von Abwärme ist festzuhalten, dass entsprechende Überlegungen grundsätzlich Teil der bisherigen Standortdiskussionen sind. Konkrete Aussagen über Art, Umfang und mögliche Nutzungsmöglichkeiten können jedoch erst getroffen werden, wenn ein konkretes Projekt vorliegt und die technischen Rahmenbedingungen bekannt sind."

"Viele offene Fragen"

Aus dem Büro von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (VP) heißt es auf Anfrage, dass kein konkretes Projekt vorliege, "es viele offene Fragen gibt und eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Rechenzentren wie schon in Leopoldsdorf sehr wahrscheinlich wäre. Die Errichtung und die Auswirkungen müssen gut geprüft werden".

wes,23.09.2026, 05:15
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