Große Spannung vor Prozessbeginn: Zahlreiche Medienvertreter und Kiebitze fanden sich am Landesgericht Linz ein. Um 8.48 Uhr erschien Luger, ruhig und gefasst im schwarzen Anzug, in Begleitung seines Anwalts. Die zahlreichen Medienvertreter ersuchten um ein Statement – ohne Erfolg.
Um 9 Uhr war es so weit: Die Verhandlung begann pünktlich. Läuft alles nach Plan, wird drei Stunden lang verhandelt.
Dem einst umtriebigen Bürgermeister, mittlerweile Pensionist, wird Untreue vorgeworfen. Der Grund: Er hatte Dietmar Kerschbaum vor dessen Hearing zum Brucknerhaus-Chef, der er schließlich auch wurde, die Fragen der Kommission zugespielt.
Als das noch nicht publik war, gab Luger schließlich ein Gutachten zur vermeintlichen Klärung der Misere in Auftrag. Im Sommer 2024 flog das Ganze aber auf, der Stadtchef – eigentlich stets bekannt für große Töne – nahm kleinlaut seinen Hut.
Er räumte zwar ein, dass die Beauftragung der Expertise "ein Fehler war", bekannte sich aber nicht schuldig. Die Einholung eines Gutachtens sei von rechtlicher Seite empfohlen worden, so der Verteidiger des Beschuldigten. Und weiter: In den Hearing-Unterlagen sei "nichts drinnen gestanden". "Der Wissenstransfer war überschaubar."
Nachdem er angeklagt worden war, durfte der heute 65-Jährige zunächst aufatmen: Es hatte den Anschein, dass die Causa außergerichtlich beigelegt wird. Aber: Die Diversion wurde wieder aufgehoben.
Luger drohen bis zu drei Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.