Ein privates Interview zu seinem Buch "Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder?" im heurigen Jänner in der Franz-Jonas-Europaschule in Wien-Floridsdorf könnte für Mittelschuldirektor Christian Klar (63) auch dienstrechtliche Konsequenzen haben.
Wie "Heute" berichtete, sprach das TV-Team in der Schule auch mit ukrainischen Kindern. Dem Direktor soll im Vorhinein versichert worden sein, dass der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine nicht thematisiert werde. Im Interview sollte es eigentlich um die Islamisierung an Schulen und das Kopftuchverbot gehen.
Doch der Beitrag wurde für russische Propaganda verwendet: "Ich wusste nicht, dass der Sender meinen Ton in dem Bericht wegschaltet und eine andere Tonspur darübergelegt – mit Worten, die ich nie gesagt habe. Im Nachhinein war das eine völlige Dummheit, aus der ich gelernt habe. Ich habe eine ganz klare Position, dass Russland die Ukraine angegriffen hat", meinte Klar im Februar zu "Heute".
Nach Vorwürfen trat Klar als stellvertretender ÖVP-Bezirksparteiobmann in Floridsdorf schließlich zurück. Doch das von der Bildungsdirektion nicht genehmigte TV-Interview direkt in der Schule könnte noch weitere Konsequenzen haben.
Wie der "Kurier" berichtet, steht auch ein Disziplinarverfahren im Raum. Klar selbst will sich dazu nicht äußern: "Ich habe mit der Bildungsdirektion vereinbart, mich bis zur vollständigen Klärung zu dieser Angelegenheit nicht mehr öffentlich zu äußern", meint er zum "Kurier".
Die Bildungsdirektion bestätigt zumindest laufende Schritte, bleibt aber vage: "Dienstrechtliche Maßnahmen sind im Gange. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus datenschutzrechtlichen Gründen keine weiteren Angaben dazu machen können", so eine Sprecherin.
Während Klar zur Causa selbst schweigt, äußert er sich weiterhin öffentlich zu bildungspolitischen Themen – insbesondere zum politischen Islam in Schulen. Nachdem er zunächst Auftritte bei FPÖ-Veranstaltungen abgesagt hatte, "um nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen", kehrt er nun wieder auf entsprechende Bühnen zurück.
Am Dienstag tritt er bei einer Veranstaltung des Freiheitlichen Bildungsinstituts in Krems auf. Thema: "Schule unter Druck, Herausforderungen durch den politischen Islam". Bereits zuvor war er bei einer Veranstaltung der Wiener FPÖ-Akademie geladen.
Der 63-Jährige betont gegenüber dem "Kurier", politisch unabhängig zu sein: "Ich gehe gerne auch zu anderen Parteien", er wolle aber nicht bei der FPÖ andocken. Auch andere Parteien sieht er in der Pflicht: SPÖ und Neos sollten sich stärker mit der Thematik befassen. Gleichzeitig lobt er die Freiheitlichen: "Was gibt es Besseres, als sich Experten aus anderen Bubbles zu holen?"
Die Bildungsdirektion verweist in diesem Zusammenhang auf klare Vorgaben für Beamte. Diese seien zur Verschwiegenheit verpflichtet, wenn es um dienstlich erlangte Informationen gehe. Zudem gelte: "Grundsätzlich ist eine klare Trennung zwischen der beruflichen Tätigkeit im Schuldienst und allfälligen politischen Funktionen oder Aktivitäten erforderlich."