Gute Nachrichten für die besten Skispringerinnen der Welt: Deutschlands Skiverband gleicht in diesem Winter die Qualifikationsprämien bei der Two-Nights-Tour der Skispringerinnen, dem nur bei unseren Nachbarn ausgetragenen Gegenstück zur Vierschanzentournee bei den Männern, das Preis an das der Männer an.
Hinter dieser Entwicklung steckt ein Eklat des vergangenen Winters. Zur Erinnerung: Letztes Jahr machte die Skispringerin Selina Freitag (Deutschland) massive Unterschiede bei den Prämien von Skispringerinnen und Skispringern publik.
In einem Interview mit der "ARD" meinte sie damals: "Bei den Männern gibt es für einen Sieg in der Quali 3.000 Franken (heute rund 3.200 Euro). Ich habe hier einen Bag mit Duschgel, Shampoo und vier Handtüchern bekommen." Und weiter: "Nach dem Motto: So, wir hatten leider keinen 500er übrig."
Freitag sagte dazu: "Ich möchte da auch nicht groß drüber meckern, aber da sieht man die Unterschiede." Ihr Trainer konnte den Unmut der Athletin verstehen. "Es hat sich in den vergangenen Jahren viel zum Positiven entwickelt. Aber die Frauen wollen auch ein bisschen Geld verdienen, da wäre schon ein Schritt nötig", so der Österreicher Heinz Kuttin. Nun aber der Wandel.
Nun gab der Deutsche Skiverband (DSV) auf Instagram eine erfreuliche Änderung für das kommende Event bekannt. Der DSV schrieb: "Über den Jahreswechsel steht für unsere Damen wieder die Two-Nights-Tour in Garmisch-Partenkirchen und Oberstdorf an. In diesem Jahr wartet ein besonderes Highlight: Erstmals wird bei den Damen auch die volle Quali-Prämie vergeben."
Damit haben die Veranstalter also auf die Kritik reagiert, die von vielen Seiten auf sie eingeprasselt war angesichts der Ungleichbehandlung bei gleicher Leistung. FIS-Renndirektor Sandro Pertile (54) sagte bereits im Nachgang über das "Shampoo-Gate" letztes Jahr: "Das war kein schöner Tag für uns. Wir sind uns der Ungleichheit bewusst und wollen die Lücke schließen."
Bitte Warten heißt es hingegen weiter auf eine ""echte" Vierschanzentournee bei den Frauen. Während zu Silvester und am Neujahrstag zwei Springen auf den deutschen Schanzen in Garmisch und Oberstdorf stattfinden, fehlen die Austragungsorte Innsbruck und Bischofshofen weiterhin. Im nächsten Skisprung-Winter soll es dann endgültig soweit sein.