Das 2:2 gegen Borussia Dortmund war für Joshua Kimmich (31) weit mehr als ein gewöhnliches Bundesliga-Spiel. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Berthold stand der deutsche Nationalspieler erstmals wieder für den FC Bayern auf dem Platz. Drei Pflichtspiele hatte er zuvor wegen des schweren Schicksalsschlags verpasst. Nach dem Klassiker gab der Mittelfeldspieler bei "Sky" einen emotionalen Einblick in die vergangenen Tage.
"Es war natürlich eine sehr, sehr harte Woche. Ich bin froh, wieder auf dem Platz zu stehen. Es war nicht ganz so einfach, aber man vergisst es dann während des Spiels zumindest kurz", erklärte Kimmich sichtlich emotional.
Auf die Frage, ob ihm die Rückkehr zum Fußball bei der Verarbeitung des Verlusts helfe, antwortete der Bayern-Star ohne zu zögern: "Ja, absolut."
Besonders die Anteilnahme seines Vereins und des Deutschen Fußball-Bundes hatte den 31-Jährigen tief berührt. Inmitten der Trauer konnte sich Kimmich auf die Menschen in seinem sportlichen Umfeld verlassen.
"Ich muss auch sagen, die Anteilnahme auch des Vereins, wie der hinter mir stand, auch der DFB, wer dann alles auf der Beerdigung war, das war schon für mich persönlich, für meine Familie sehr, sehr besonders", so der Mittelfeldspieler.
Anschließend fand der Bayern-Kapitän Worte, die aufhorchen ließen: "Das zeigt mir, dass ich hier am absolut richtigen Ort bin."
Die Aussage bekam auch aufgrund von Kimmichs Vergangenheit beim deutschen Rekordmeister eine besondere Bedeutung. In einer 2024 veröffentlichten ZDF-Dokumentation hatte der Mittelfeldspieler über die Corona-Pandemie und die damalige Debatte um seinen Impfstatus gesprochen.
Damals hatte Kimmich erklärt, er habe sich vom FC Bayern "alleine gelassen gefühlt". Die öffentliche Diskussion um seine Person hatte das Verhältnis zu seinem Verein belastet.
Nun schilderte der 31-Jährige eine gänzlich andere Erfahrung. Gerade in einer der schwierigsten Phasen seines Lebens habe er gespürt, wie geschlossen der Klub und der DFB hinter ihm und seiner Familie standen.