Seit 1. April gilt in Österreich das sogenannte "Anti-Mogelpackungs-Gesetz". Große Lebensmittelhändler müssen seither Produkte kennzeichnen, bei denen der Inhalt geschrumpft ist, der Preis aber gleich geblieben oder sogar gestiegen ist. Das Ziel: Kunden sollen versteckte Preiserhöhungen auf den ersten Blick erkennen.
Das Wirtschaftsministerium versprach sich von der neuen Regelung "mehr Transparenz, mehr Fairness und einen funktionierenden Wettbewerb". Für Konsumenten sollte das vor allem "klare Informationen auf den ersten Blick" bringen. Wer gegen die Kennzeichnungspflicht verstößt, muss mit Strafen von bis zu 3.750 Euro pro Produkt rechnen, maximal sind 15.000 Euro möglich.
Billa setzte die Kennzeichnung bereits ab 2. Jänner um - also rund drei Monate vor dem gesetzlichen Start. Dort waren die entsprechenden Hinweise auf einzelnen Produkten bereits zu sehen.
Anders sieht es bei Spar, Lidl und Hofer aus. Zwar gilt die Kennzeichnungspflicht auch dort seit Anfang April, auffällige Hinweise finden Kunden bisher aber kaum.
Der Grund dafür sei einfach, heißt es vom Unternehmen. "Bei uns gibt es keine Produkte mit Shrinkflation, das haben wir von Anfang an gesagt. Wir nehmen solche Produkte nicht ins Sortiment", teilt Spar gegenüber dem Portal "5 Minuten" mit.
Laut Spar werde mit Lieferanten verhandelt, damit es gar nicht erst zu Fällen komme, die gekennzeichnet werden müssten. "Darum findet man bei Spar auch keine Produkte, die entsprechend gekennzeichnet sind", erklärt Pressesprecherin Nicole Berkmann zu "5 Minuten".
Ein ähnliches Bild zeichnen auch die beiden Diskonter. "Bei uns sind keine Artikel im Sortiment von Shrinkflation betroffen", heißt es von Lidl gegenüber dem Online-Portal.
Auch Hofer verweist auf sein Sortiment, das zu rund 90 Prozent aus Eigenmarken besteht. Dort setze man "seit jeher auf eine klare und transparente Produktkennzeichnung". Außerdem erklärt das Unternehmen: "In den vergangenen Monaten gab es bei uns kein Produkt, das von Shrinkflation betroffen war."
Das neue Gesetz ist zwar seit Monaten in Kraft - sichtbar geworden ist es für viele Kunden bisher aber vor allem in den Regalen von Billa. Bei den übrigen großen Handelsketten sollen entsprechende Fälle nach eigenen Angaben gar nicht erst auftreten.