Auf dem Mobile World Congress 2026 in Barcelona zeigte Xiaomi, wohin die eigene Reise geht. Der Konzern setzt nicht mehr nur auf einzelne Geräte, sondern auf ein großes Zusammenspiel. Unter dem Namen "Human x Car x Home" soll Technik den Alltag begleiten, ohne dass man ständig daran denken muss. Dabei geht es Xiaomi nach eigenen Angaben nicht mehr nur um Apps oder einzelne Funktionen am Bildschirm. Vielmehr soll künstliche Intelligenz direkt im echten Leben helfen. Angus Ng, Kommunikationschef von Xiaomi International, erklärt im O-Ton: "Bei Xiaomi ist KI darauf ausgelegt, Menschen im echten Leben zu dienen."
Man wolle Intelligenz dorthin bringen, wo sie gebraucht wird – ins Zuhause, ins Auto und in die tägliche Nutzung. Im Zentrum der Strategie steht ein Netzwerk aus Geräten, das sich über mehrere Bereiche erstreckt. Smartphones bleiben wichtig, etwa die neue Xiaomi-17-Serie, doch sie sind nur noch ein Teil eines größeren Systems. Dazu kommen vernetzte Haushaltsgeräte, E-Scooter und erstmals auch Autos. Besonders auffällig ist, wie stark Xiaomi inzwischen auf das Thema Mobilität setzt. Mit dem Modell SU7 Ultra und Konzepten wie dem Vision Gran Turismo zeigt der Konzern, dass er auch im Autobereich ernsthaft mitmischen will.
Diese Fahrzeuge sind nicht isoliert gedacht, sondern sollen Teil des gesamten digitalen Ökosystems sein. Ein zentrales Element ist eine neue KI-Lösung namens "Miloco", die direkt im Zuhause eingesetzt wird. Dahinter steckt ein eigenes KI-Modell, das laut Xiaomi erstmals nicht nur einzelne Geräte steuert, sondern das gesamte Umfeld versteht. Die Idee dahinter ist einfach erklärt: Die Technik beobachtet, was im Alltag passiert, und reagiert darauf. Sie passt Licht automatisch an, erkennt Unordnung und startet bei Bedarf den Saugroboter oder reguliert die Raumtemperatur, wenn jemand schläft. Das System lernt dabei aus dem Verhalten der Nutzer.
Gleichzeitig bleibt ein Teil der Daten direkt auf den Geräten gespeichert. Xiaomi spricht hier von einer Kombination aus lokaler Verarbeitung und Cloud-Unterstützung, um Privatsphäre und Funktionalität zu verbinden. Spannend ist vor allem, wie weit Xiaomi diese Idee denkt. Es geht nicht nur darum, dass Geräte reagieren, sondern dass sie zusammenarbeiten. So kann das System etwa Musik auswählen, die zur Stimmung passt, oder die Beleuchtung im ganzen Raum anpassen. Auch visuelle Eindrücke sollen eine Rolle spielen. Erkennt die Kamera bestimmte Farben im Raum, kann sich das Licht daran orientieren.
Damit das funktioniert, baut Xiaomi sein sogenanntes HyperAI-System weiter aus. Dieses verbindet Smartphones, Haushaltsgeräte und Autos miteinander. Unterstützt wird das auch durch Technologien wie Google Gemini, die im Hintergrund für einheitliche Abläufe sorgen sollen. Für Nutzer bedeutet das: Aufgaben sollen nicht mehr auf einzelne Apps verteilt sein. Stattdessen soll die Technik selbst erkennen, was gerade gebraucht wird, und entsprechend handeln. Auch bei den Smartphones selbst probiert Xiaomi neue Ansätze aus. Modelle wie das Xiaomi 17 Pro setzen auf zusätzliche Displays auf der Rückseite.
Diese können etwa Vorschauen anzeigen oder als zusätzliche Interaktionsfläche dienen. Damit will der Hersteller zeigen, dass die Nutzung von KI nicht auf den klassischen Bildschirm beschränkt bleiben muss. Die Bedienung soll intuitiver werden und sich stärker an den Alltag anpassen. Ein weiterer Baustein ist die Zusammenarbeit mit Leica. Seit 2022 arbeiten beide Unternehmen im Bereich Smartphone-Kameras zusammen, 2025 wurde die Kooperation nochmals ausgeweitet. Das Ergebnis zeigt sich in neuen Geräten mit verbesserten Kamerasystemen, darunter ein 1-Zoll-Sensor und spezielle Teleobjektive.
Parallel baut Xiaomi sein Angebot bei Haushaltsgeräten deutlich aus. Klimaanlagen, Kühlschränke und Waschmaschinen sollen künftig stärker vernetzt sein und aktiv auf die Bedürfnisse der Nutzer reagieren. Der Konzern ist mit diesen Geräten aktuell in vier großen Regionen und insgesamt 14 Ländern vertreten. Damit will Xiaomi das Smart-Home-Geschäft weltweit ausbauen. Neben neuen Produkten spricht Xiaomi auch über Nachhaltigkeit. Eine neue Fabrik in Wuhan soll helfen, Produktion effizienter zu machen und Ressourcen zu sparen. Es ist bereits die dritte große Produktionsstätte neben Smartphone- und Autofabriken.
Die Bemühungen zeigen sich auch in Zahlen: Xiaomi kommt laut eigenen Angaben auf 741,7 Millionen monatlich aktive Nutzer weltweit. Gleichzeitig sind rund 1.035,5 Millionen Geräte im Umlauf, die mit der eigenen Plattform verbunden sind. All das zeigt, wie groß die Ambitionen geworden sind. Xiaomi will nicht mehr nur Technik verkaufen, sondern den Alltag vernetzen. Ob das im täglichen Leben tatsächlich so reibungslos funktioniert, wird sich aber erst zeigen, wenn die Systeme breit im Einsatz sind.