Die Erde bebt und das derzeit besonders häufig! Am Freitag (9. Oktober) wurde um 6.46 Uhr bei Sistrans südöstlich von Innsbruck erneut ein Erdbeben registriert. Der Erdstoß erreichte eine Magnitude von 3,1 und war bereits das 28. spürbare Beben in Tirol in diesem Jahr.
Die Experten von GeoSphere Austria sprechen von einer ungewöhnlichen Häufung. Seit Anfang August wurden allein im Raum Innsbruck-Hall mehr als 270 Erdbeben gemessen, 28 davon waren für die Bevölkerung spürbar.
Österreichweit registrierte der Erdbebendienst heuer bereits 1.163 Erdbeben. 49 davon konnten von Menschen wahrgenommen werden. Besonders auffällig: 708 Erdstöße ereigneten sich allein in Tirol.
"Seit Anfang August haben wir eine erhöhte seismische Aktivität im Raum Innsbruck-Hall registriert", erklärt Maria Papí-Isaba, Leiterin des Erdbebendienstes von GeoSphere Austria.
Die Erdbeben konzentrieren sich derzeit auf drei Gebiete: östlich von Hall, südöstlich von Innsbruck sowie nördlich der Tiroler Landeshauptstadt.
Eine solche Häufung sei zwar "nicht alltäglich", komme in Tirol aber immer wieder vor. Zuletzt gab es 2024 eine vergleichbare Erdbebenserie in Waidring.
Die Ursache liegt tief unter der Erdoberfläche. Laut Papí-Isaba befindet sich in Tirol eine sogenannte tektonische Störungszone. Dabei handelt es sich um eine Schwächezone in der Erdkruste, in der sich Spannungen aufbauen.
Wird der Druck zu groß, bricht das Gestein und die Erde beginnt zu beben.
Das stärkste Beben der aktuellen Serie wurde am 26. September mit einer Magnitude von 3,8 gemessen. Am 7. Oktober folgte ein weiterer kräftiger Erdstoß mit einer Magnitude von 3,7. Gebäudeschäden durch die aktuelle Serie sind bisher nicht bekannt.
Müssen sich die Menschen in Österreich auf noch heftigere Erdstöße einstellen? Die Experten geben vorerst Entwarnung.
"Weitere Erdbeben und verspürte Nachbeben sind möglich. Zeitpunkt und Stärke zukünftiger Ereignisse können jedoch nicht vorhergesagt werden", erklärt Papí-Isaba.
Aktuell gebe es keinen Hinweis darauf, dass unmittelbar ein stärkeres Erdbeben bevorsteht. Die Entwicklung werde aber weiterhin genau beobachtet.
Nicht nur Tirol ist betroffen. Das stärkste Erdbeben des heurigen Jahres ereignete sich im Juli bei Schottwien in Niederösterreich. Es erreichte eine Magnitude von 4,4 und verursachte leichte Schäden, darunter Risse im Verputz von Hausmauern.
Auch das Wiener Becken und die Mur-Mürz-Region in der Steiermark zählen zu den bekannten Erdbebengebieten Österreichs.
Wie heftig Erdbeben in Österreich ausfallen können, zeigt ein Blick in die Geschichte: Am 15. September 1590 erschütterte ein Beben mit einer geschätzten Magnitude von 5,7 bis 6,0 die Region rund um Wien. Damals stürzten zahlreiche Kirchtürme ein, es gab sogar Todesopfer