Das Österreichische Rote Kreuz schlägt Alarm. Bei der 79. Rotkreuz-Generalversammlung in Wien warnte Präsident Gerald Schöpfer eindringlich vor den finanziellen Problemen bei Kranken- und Rettungstransporten.
Mit Blick auf die weltweite Krisenlage meinte der kürzlich einstimmig wiedergewählte Präsident: "Die Welt ist eine andere geworden, als sie vor einigen Jahren noch war." Gerade deshalb brauche es eine starke humanitäre Hilfe. "In dieser instabilen Welt wollen wir ein verlässlicher Partner bleiben. Mehr Menschen als je zuvor benötigen die Hilfe des Roten Kreuzes – in Österreich und auf der ganzen Welt."
Scharfe Kritik übte der Rotkreuz-Präsident an der Finanzierung von Kranken- und Rettungstransporten. "Die ÖGK gewährt keine kostendeckenden Tarife und keine einheitliche Inflationsabdeckung. Wir führen die technische Abwicklung der Transporte durch, werden aber als Bittsteller zwischen den Verantwortungsträgern von ÖGK, Ländern, Städten und Gemeinden im Kreis geschickt." Schöpfer fordert steuerliche Entlastung, wie etwa die Befreiung der Mineralölsteuer für die Rettungsorganisation: "Ich habe der Landeshauptleute-Konferenz ein Aufforderungsschreiben geschickt, hier für eine klare Kompetenzen-Abgrenzung zu sorgen."
Gleichzeitig bedankte sich Schöpfer bei den mehr als 81.000 Freiwilligen, über 10.500 hauptberuflichen Mitarbeitern sowie tausenden Zivildienern und Teilnehmern am Freiwilligen Sozialjahr. Das Rote Kreuz könne seine Hilfe an 365 Tagen im Jahr nur dank ihres Einsatzes und der Unterstützung von rund 1,16 Millionen Mitgliedern und Spendern leisten.