Wilde Sitzung

"Noch nie gesehen" – jetzt kommt im ORF alles ans Licht

Am Donnerstag wurde bekannt: Es gibt einen noch umfassenderen Compliance-Bericht zur Causa Weißmann. Und das ist nicht das einzige heiße Thema.
Newsdesk Heute
23.04.2026, 19:42
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Inhaltlich sind Sitzungen des ORF-Stiftungsrats vertraulich. Doch so viel sagt Peter Westenthaler am "Heute"-Mikrofon: "Es war durchaus turbulent. Wir haben am Beginn eine Schlacht der Rechtsanwälte gehabt."

Bekanntlich ging es in der Sitzung nicht nur um die Bestätigung von Ingrid Thurnher als vorübergehende Generaldirektorin, sondern sollte auch die Causa Weißmann aufgearbeitet werden. Die Compliance-Abteilung habe hier umfassend Bericht erstattet, so Westenthaler.

Stiftungsräte erhalten am Montag Einsicht

Brisant: Es gibt einen noch umfassenderen Compliance-Bericht, der der Öffentlichkeit bisher nicht bekannt ist. Nicht einmal die Stiftungsräte durften ihn bisher einsehen, doch schon am Montag soll sich das ändern. "Das ist beschlossen worden." Vorgelegt werden sollen dann auch strittige Pensionsverträge inklusive Rechtsgutachten darüber, etwa jener von ORF-Spitzenverdiener Pius Strobl.

"Wo ich nicht froh bin: Dass wir zu keinen Konsequenzen gekommen sind. Das war mir ein bisschen zu wenig heute." Stattdessen wurde aber sehr lange über das Zustandekommen des angesprochenen Pensionsvertrags diskutiert, lässt Westenthaler einblicken. Seine Meinung dazu: "Ich hab so etwas noch nie gesehen."

"Einzigartig und nicht zu akzeptieren"

Schon jetzt ist er sicher, dass das Zustandekommen dieses Vertrags noch die Strafgerichte befassen wird. "Das ist einzigartig und in Wahrheit nicht zu akzeptieren." Ansonsten sei es eine sehr gute Sitzung gewesen, in der viel an die Oberfläche gekommen sei.

Seine Stimme hat Thurnher trotzdem nicht bekommen, weil trotz der versprochenen Transparenz keine Konsequenzen gesetzt wurden. Außerdem sei er, im Gegensatz zu ihr, ein erklärter Gegner der Haushaltsabgabe.

Thurnher will Bild zurechtrücken

Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer, der selbst stark unter Beschuss steht, spricht ebenfalls von einer "intensiven" Sitzung. Er freut sich jedenfalls, dass es jetzt eine klare Entscheidung zur vorübergehenden Führung des ORF gibt. "Ich bin sehr froh, dass es so ausgegangen ist."

Ingrid Thurnher wiederum freute sich in ihrer Stellungnahme über den zweiten Wahlerfolg in sechs Wochen. Ihre Bitte, auch an den Stiftungsrat: "gemeinsames Vorwärtsgehen". Das Bild, das der ORF nach wie vor abgibt, soll zurechtgerückt werden. "Wir wollen auch wieder für das stehen, was wir tun, nämlich Programm machen." Das Motto ihres Weges: Transparenz mit Konsequenz.

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