Öffi-Baustelle treibt Sushi-Bar auf der Mahü in den Ruin

Aufgrund des Ausbaus des U-Bahn-Netzes auf der Mahü fehlt einer Gastronomin die Kundschaft, denn: Die Sushi-Bar geht in der Baustelle komplett unter.

Die Wiener Gastronomin Doris traute ihren Augen nicht, als sie am Mittwoch wenige Meter vor ihrem Geschäft in der Kirchengasse stand. Völlig unerwartet wurde eine U-Bahn-Baustelle in Wien-Neubauerweitert. Zu ihrem Ungunsten, denn: Genau einen Schritt vor dem Sushi-Restaurant "Katsu" beginnt die Riesen-Baustelle – der Weg zu ihrem Geschäft ist total versperrt.

Sushi-Boss: "Keine Kunden, Lärm und Staub"

Gastronomim Katsu ist verzweifelt. "Nach zwei Jahren Pandemie erhofften wir uns endlich, wieder normal wirtschaften zu können. Aber mit dem U-Bahn-Bau vor unserer Nase rückt das nun in weite Ferne. Wir leben sehr von der Laufkundschaft auf der Mariahilfer Straße, diese kommt jetzt gar nicht erst zu uns", so die Sushi-Chefin im Gespräch mit "Heute".

Der Zugang zum Sushi-Restaurant soll laut diesem Aushang gar nicht erst genommen werden.
Der Zugang zum Sushi-Restaurant soll laut diesem Aushang gar nicht erst genommen werden.Leserreporter

Besonders brisant: Vor dem schmalen Durchgang an der Ecke Mariahilfer Straße werden Passanten darauf aufmerksam gemacht, dass der Durchgang auf dem Gehsteig gesperrt sei. Dieser führt aber direkt ins Restaurant "Katsu". Dass die Wiener Öffis die Baustelle auf diese Art erweitert haben, stößt der Wienerin böse auf: "Hier gibt es nur mehr Staub und Lärm und das Schlimmste ist, dass unser Laden von der Baustelle komplett verschluckt wurde."

Gastronomin: "50 Prozent der Einnahmen weg!"

Zwar soll der Ausbau der Linien U2 und U5 den Zugang zur Mariahilfer Straße erleichtern und somit noch mehr Kunden auf die Mahü spülen. Doch bis dahin könnte auch die letzte Sushi-Rolle ausgerollt sein: "Wir erleben seit der Baustelle Umsatzeinbußen von 50 Prozent! Mit der Preisexplosion am ganzen Markt sieht es für mich schwarz aus", so das traurige Resümee der Inhaberin des japanischen Familienbetriebes.

Seit dem Frühjahr 2021 wird an der Erweiterung des innerstädtischen U-Bahn-Netztes gepfeilt, die Bauarbeiten in der Kirchengasse hätten laut Informationen der Stadt Wien aber schon im Juni ein Ende nehmen sollen. Laut Pressestelle der Wiener Linien soll im Oktober Schluss mit der Baustelle sein.

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Sushi-Chefin: "Wie sollen wir bis Dezember überleben?"

Der Schaden ist trotz baldigem Bau-Ende für die Gastronomin enorm, eine Entschädigung für die Arbeiten seitens der Wiener Linien hat Doris schon beantragt. Diese soll rund 10.000 Euro betragen, ist aber an diverse Voraussetzungen gekoppelt: "Wir müssen erst einmal von Jänner bis Dezember überleben und hunderttausend Kriterien erfüllen, um diese Gegenleistung am Ende des Jahres zu erhalten", so die Leiterin des Familienbetriebes.

Die Entschädigung für die Öffi-Arbeiten sei derzeit in Bearbeitung. Der Schaden geht jedoch weit über 10.000 € hinaus: "Wir machen nicht nur die Wiener Linien für unsere Verluste verantwortlich, aber in Kombination mit Pandemie, Preis-Teuerungen und Inflation sind die 10.000 Euro ein Witz." Bleibt zu hoffen, dass nach dem Ende der Wiener-Linien-Baustelle die Kundschaft ins "Katsu" zurückkehrt ...

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