Der Öl-Explorer "ADX Energy" hat seinen Hauptsitz in Claremont, einem Nobel-Vorort von Perth in West-Australien. Fokussiert ist das Unternehmen allerdings auf Italien, Rumänien - und Österreich. In Molln (Oberösterreich, Nationalpark Kalkalpen) meldeten die Aussies kürzlich einen Leichtöl-Fund, ADX-Boss Ian Tchacos spricht von "sehr ermutigenden" Tests.
Bereits vor knapp zwei Jahren verkündete ADX den Fund von Kohlenwasserstoffen. Überraschenderweise sei man aber nicht wie erwartet auf Erdgas, sondern auf leichtes Erdöl gestoßen. Das damals entdeckte Potenzial an Gaskondensat und Leichtöl werde aktuell auf Förderbarkeit geprüft, heißt es.
Auf der beschaulichen Koralpe wollen sich Australier indes als Lithium-Schatzsucher betätigen. Die dort aktive Schürf-Firma heißt "European Lithium" und sitzt ebenfalls in einem teuren Vorort von Perth (West Leederville). Das Unternehmen mit "Außenstelle" in Wolfsberg will auf der Koralpe aus zwölf Millionen Tonnen Gestein rund 129.000 Tonnen reines Lithium gewinnen.
Marktwert pro Tonne: rund 10.000 Dollar (8.500 Euro), wie Geologe Frank Melcher von der Montanuniversität Leoben auf "Heute"-Anfrage berechnete. Der Gesamtwert des erhofften Lithiums betrage demnach mehr als 1,1 Milliarden Euro.
In beiden Fällen gibt es harte juristische Auseinandersetzungen und Proteste von Umweltschützern. Die Sorge scheint berechtigt: Eingriffe in ökologisch wertvolle Gebiete und mögliche Schäden an Grundwasser und Natur.
Die Arbeiten in Molln waren nach Einwänden von Naturschutzorganisationen zwischenzeitlich gestoppt worden. Seit Beginn gibt es gegen die Probe-Bohrungen im pittoresken Jaidhaustal nahe dem geschützten Nationalpark Kalkalpen massiven Widerstand.
Im Kärntner Fall rund um das Koralpen-Lithium hob das Bundesverwaltungsgericht den Bescheid der Landesregierung auf, wonach für das Schürfprojekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig sei. Jetzt muss das Land Kärnten nochmals prüfen, "European Lithium" erwägt indes weitere rechtliche Schritte.
Fakt ist: Das Gerangel um Österreichs wertvolles Öl und Lithium ist noch lange nicht vorbei. Die Zukunft wird zeigen, welche Seite sich am Ende durchgesetzt hat.