Seit mehr als zwei Wochen sucht die Polizei nach jenem Lenker, der am 9. August einen 20-Jährigen in Globasnitz (Kärnten) angefahren und anschließend die Flucht ergriffen haben soll. Wie die Polizei gegenüber "Heute" bestätigte, wurde ein tatverdächtiger Mann gefasst.
Die Ermittler untersuchten in den vergangenen Tagen einen Mercedes Sprinter einer Freiwilligen Feuerwehr, an dem zunächst keine Beschädigungen erkennbar waren. Am Unterboden machte die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes jedoch einen brisanten Fund: Dort wurden Gewebeteile sichergestellt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich um menschliches Gewebe. Die Spuren werden derzeit untersucht.
Als möglicher Lenker wurde ein Pensionist aus dem Bezirk Völkermarkt ausgeforscht und einvernommen. Zunächst bestritt der Mann den Vorfall, später legte er laut Polizei ein Geständnis ab. Demnach habe er in der Nacht des Unfalls einen reglosen menschlichen Körper, der mitten auf der Fahrbahn lag, mit dem Feuerwehrfahrzeug überrollt. Anschließend sei er völlig geschockt weitergefahren. Später kehrte er nach eigenen Angaben zum Unfallort zurück und half dort bei der Absicherung.
Wie genau sich der Unfall ereignet hat, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Gemeinsam mit dem Obduzenten und einem Verkehrssachverständigen wird geprüft, ob möglicherweise noch weitere Fahrzeuge beteiligt waren. Eine abschließende Aussage zum Unfallhergang ist deshalb derzeit noch nicht möglich.
Der 20-Jährige war gegen 4.30 Uhr nach einem Feuerwehrfest auf der Bleiburger Straße in Traundorf angefahren worden. Laut einer Zeugin hielt der Lenker rund 100 Meter nach der Unfallstelle kurz an, fuhr dann jedoch weiter. Weil es noch dunkel war, konnte die Frau weder das Fahrzeug noch den Fahrer beschreiben.
An der Stelle, an der der Wagen gestoppt hatte, fanden Ermittler Gegenstände, die auf DNA-Spuren untersucht wurden. Zudem wurden in einem angrenzenden Maisacker Teile des Unfallautos entdeckt.
Für den tatverdächtigen Kärntner gilt die Unschuldsvermutung.