Immer mehr Radfahrer drängen sich in Wien auf den Radwegen und Straßen. Die Gefahr für alle steigt dabei. Das sorgt jetzt in Wien für Diskussionen. Die Wiener ÖVP fordert eine verpflichtende Radfahrprüfung für alle Volksschüler.
Hintergrund sind aktuelle Zahlen zu den Radkursen in der Bundeshauptstadt. Jedes Jahr besuchen rund 7.000 Kinder entsprechende Kurse. Insgesamt gibt es in Wien aber rund 20.000 Schüler in den vierten Klassen. Damit absolviert nur etwa jedes vierte Kind die Ausbildung.
Aus Sicht der Radlobby ist das Problem nicht mangelndes Interesse, sondern ein zu kleines Angebot. Laut Sprecher Roland Romano seien die vorhandenen Kurse vollständig ausgelastet.
"Die Kurse, die es gibt, sind ausgebucht. Lehrer, Eltern und Kinder nutzen die Möglichkeiten gerne. Wir sehen den Bund, aber auch Wien in der Pflicht, mehr Radkurse anzubieten, damit wirklich jedes Schulkind einen Kurs und die Prüfung machen kann."
Die freiwillige Radfahrprüfung wird von der Polizei durchgeführt. Wer sie besteht, darf bereits vor dem zwölften Geburtstag alleine mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sein.
Im vergangenen Schuljahr wurden laut Polizei mehr als 5.600 Prüfungen abgelegt. Rund 2.900 Kinder bestanden die Prüfung erfolgreich.
Für die Wiener ÖVP sind diese Zahlen ein Warnsignal. Verkehrssprecherin Elisabeth Olischar sieht die Verkehrssicherheit gefährdet.
"Da sehen wir die Verkehrssicherheit einfach gefährdet", sagte sie gegenüber dem ORF.
Parteichef Markus Figl fordert deshalb eine verpflichtende Lösung für alle Kinder.
"Das ist unser Aufruf, dass das den Kindern ermöglicht wird und wirklich alle Kinder auch praktisch einen Radfahrführerschein machen können, damit sie eben sicher unterwegs sind in dieser Stadt", sagt Figl laut ORF.
Doch genau hier liegt das Problem. Die Stadt meint, der Polizei fehle das nötige Personal, um deutlich mehr Prüfungen durchzuführen. Für zusätzliche Radkurse wäre außerdem mehr Geld vom Bund notwendig. Angesichts des aktuellen Sparkurses sei das derzeit nicht vorgesehen.