Oppo hat mit ColorOS 17 die nächste Version seines mobilen Betriebssystems vorgestellt. Das Update soll Smartphones flüssiger bedienen lassen, weniger Ressourcen benötigen und den Einsatz künstlicher Intelligenz deutlich erweitern. Die neuen Funktionen reichen von automatisierter Fotoverwaltung bis zur Erkennung möglicher Betrugsversuche bei Telefonaten. Zuerst kommt ColorOS 17 auf der kommenden Find X10 Serie zum Einsatz. Wann andere Oppo-Geräte das Update erhalten, ist noch offen.
Mit dem sogenannten Living Flow Design überarbeitet Oppo die Benutzeroberfläche. Animationen, visuelle Effekte und Reaktionen auf Berührungen sollen besser zusammenspielen. Schaltflächen können sich beim Antippen kurz verformen, während Übergänge zwischen Apps natürlicher wirken sollen.
Auch technisch hat Oppo nach eigenen Angaben nachgebessert. Eine neue Systemarchitektur soll die Darstellung von Inhalten vereinheitlichen und dabei Rechenleistung sowie Arbeitsspeicher einsparen. In ausgewählten Testszenarien sinkt die Auslastung bei der Darstellung um bis zu 30 Prozent, der Speicherbedarf dafür um bis zu 25 Prozent.
Gegenüber ColorOS 16 soll sich außerdem die Stabilität beim Start von Apps um 55 Prozent verbessern. Vorschaubilder in der Galerie sollen beim ersten Öffnen bis zu 50 Prozent schneller laden. Beim Multitasking kann das System laut Hersteller mehr als 25 Prozent zusätzliche Apps im Hintergrund bereithalten.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist der Agent Mode von AI Mind Pilot. Die Funktion soll komplexere Aufgaben anhand einer einzigen Anweisung erledigen können. Dafür durchsucht die KI gespeicherte Dateien und Fotos, wählt passende Werkzeuge aus und verknüpft mehrere Arbeitsschritte miteinander.
So soll sich die Funktion etwa verstreute Dokumente finden, nach Inhalt und Datum umbenennen und sortieren lassen. Anschließend kann sie Informationen daraus für neue Inhalte wie Reisepläne oder Websites verwenden. Auch Fotos einer bestimmten Reise lassen sich laut Oppo suchen und in Alben zusammenfassen.
Für die Bildbearbeitung kommt zusätzlich der AI Photo Agent. Nutzer können gewünschte Änderungen in natürlicher Sprache beschreiben oder ein Referenzbild auswählen. Die Funktion Style Match analysiert dessen Farben und Bildwirkung und überträgt einen ähnlichen Stil auf das eigene Foto. Alternativ soll die KI passende Bearbeitungen selbst vorschlagen.
Auch AI Mind Space wird erweitert. Der persönliche Informationsspeicher kann künftig laut Oppo neben anderen Inhalten auch Dokumente und Videolinks erfassen, deren Inhalte analysieren und für spätere Suchanfragen aufbereiten. Die neuen Memory Collections sollen thematisch zusammengehörige Informationen automatisch bündeln.
Bei der Reiseplanung kann die KI gespeicherte Orte und Ideen mit Kartenmaterial kombinieren und daraus individuelle Vorschläge erstellen. AI Mind Suggest soll wiederum situationsabhängig passende Informationen liefern, etwa morgendliche Übersichten oder Erinnerungen vor einer Reise. In unterstützten Regionen werden auch Informationen zu Flug- und Zugverbindungen in Karten angezeigt.
Mit OSee bündelt Oppo außerdem visuelle KI-Funktionen direkt in der Kamera. Damit sollen sich Objekte und Szenen analysieren, Informationen zu Gegenständen abrufen und Nährwerte erkennen lassen. Dokumente können gescannt und Inhalte übersetzt werden, ohne dafür jedes Mal eine separate App öffnen zu müssen.
Mit den zusätzlichen KI-Funktionen rückt auch der Datenschutz in den Mittelpunkt. Oppo setzt bei cloudbasierten Anwendungen auf die Private Computing Cloud. Laut Hersteller werden übertragene Daten Ende zu Ende verschlüsselt, sodass auch Oppo selbst keinen Zugriff darauf erhalten soll. Ein neuer Transparenzbericht zeigt am Smartphone, welche KI-Dienste wann verwendet wurden und welche Vorgänge dabei ausgeführt wurden.
Oppo ergänzt die Sicherheitsmaßnahmen zudem um Verschlüsselungsverfahren, die auch mit Blick auf mögliche künftige Bedrohungen durch Quantencomputer entwickelt wurden.
Eine weitere Neuerung ist AI Call Guard. Die direkt auf dem Smartphone arbeitende KI soll bei laufenden Telefonaten mögliche Betrugsversuche erkennen. Dazu zählen laut Oppo unter anderem künstlich erzeugte Stimmen und manipulierte Gesichter, sogenannte Face Swaps. Bei verdächtigen Aktivitäten soll das Gerät eine Warnung anzeigen.
ColorOS 17 startet mit der kommenden Find X10 Serie. Danach will OPPO das Update schrittweise auf weitere Geräte bringen.