Wenn Cesár Sampson bei Stermann und Grissemann Platz nimmt, wird es witzig. Der Sänger, der heuer gemeinsam mit Alice Tummler den österreichischen ESC-Vorentscheid moderiert, ließ gleich zu Beginn mit einem frechen Seitenhieb aufhorchen: Sein erklärtes Ziel sei es, den ORF so weit zu bringen, dass Österreich den Song Contest wieder ausrichten muss – also zu gewinnen.
Ganz so ernst gemeint scheint das dann aber doch nicht zu sein. Die Gastgeber witzeln, man müsse schließlich einen guten Kandidaten finden – aber keinen sehr guten, "damit wir nicht noch einmal gewinnen". Sampsons trockene Antwort: "Mir ist das ja egal." Gelächter im Studio. Er betont: "Ich will ja den ORF in Bredouille bringen".
Auch über seinen eigenen ESC-Erfolg spricht der Sänger überraschend offen. Dass er 2018 "nur" Dritter wurde, sei für ihn im Nachhinein genau richtig gewesen. Er mache schließlich englische, internationale Musik und nicht unbedingt das, was man klassisch mit Österreich verbinde.
Als Sampson dann nachlegt: "Ich könnte österreichischere Musik machen, aber es ist nicht schlecht, auch erfolgreich zu sein", geht ein hörbares Raunen durchs Studio, gefolgt von einem befreienden Lacher.
Doch der wohl ehrlichste Moment kommt zum Schluss. Würde er heute alles auf eine Karte setzen müssen, würde Sampson nicht auf Musik setzen. Sein Fazit fällt ernüchternd aus:
"Wenn ich ganz ehrlich bin – es ist gerade keine geile Zeit für Musik."
Eine Ausnahme gäbe es allerdings: den Eurovision Song Contest. Den würde Sampson jederzeit wieder machen. Dort, sagt er, herrsche noch eine heile Welt.