Souveräner Tabellenführer gegen Fast-Schlusslicht – vor dem Duell Rapid gegen Austria am Sonntag in Favoriten ist die Ausgangslage klar verteilt. Doch ein Derby hat eigene Gesetze. Auch diesmal? "Heute" fragte bei Peter Pacult nach:
"Ja, ein Derby hat eigene Gesetze, lebt von Überraschungen, doch diesmal ist es wirklich so: Rapid ist der klare Favorit. Sie sind in Form, haben Selbstvertrauen, sind geduldig, finden Lösungen, bleiben bei ihrer Linie, auch wenn es eng wird. Das ist ein Verdienst des Trainers. Und: Seit dem Aus im Europacup wird kaum rotiert, das Team ist eingespielt, auch das macht es so stark", sagt Rapids letzter Meistermacher.
"Heute": Die Austria hingegen steckt in der Krise. Was ist los?
Pacult: "Ich frage mich, ob es der richtige Weg ist, so viele junge Spieler in das kalte Wasser zu werfen – auch in Matches, in denen es um viel geht. Wie zuletzt beim Cup-Aus gegen Hartberg. Ich denke, gegen Rapid müssen die Routiniers spielen: Ranftl, Fischer, Dragovic, Eggestein. Sie leben für den Verein. Auch wenn der eine oder andere nicht in Form ist. Auf talentierte junge Spieler zu setzen ist grundsätzlich richtig, aber sie brauchen Zeit."
"Heute": Trainer Helm musste gehen. Ist er ein Bauernopfer?
Pacult: "Er hat gute Arbeit geleistet, die Spieler standen auch jetzt noch hinter ihm. Man hat aber nie die große Rückendeckung vom Verein gespürt. Die Punkte haben ihn immer gerettet. Die blieben jetzt aus. Auch wegen der Abgänge im Sommer. Barry etwa hat eine riesige Lücke hinterlassen."
"Heute": Schafft Rapid diese Saison den ersehnten 33. Titel?
Pacult: "Der Titel wird nicht im Oktober vergeben. Wichtig ist eine gute Vorbereitung im Winter. Dass Sturm, Salzburg und der LASK Europacup spielen, ist für Rapid kein Nachteil. Auch nicht, dass es keine Punkteteilung mehr gibt."