Eine Horrorvorstellung wurde für Eltern aus Kärnten bittere Realität: Ausgerechnet der Mann, der auf ihre Kinder als Babysitter aufpasste, soll sich an den Mädchen und Jungen vergangen haben. Fast zwei Jahre lang missbrauchte der 28-Jährige aus dem Bezirk Klagenfurt-Land seine Schützlinge, die ihn "Onki" nannten.
Seine grauenhaften Taten stellte der Kärntner dann ins Darknet. So konnte er schlussendlich auch von einem aufmerksamen Ermittler aus Australien überführt werden. Dieser konnte in einem Video das Titellied der Kinderserie "Gummibärenbande" hören. Auch den Dialekt und das Wort "Onki" konnte der Australier schließlich richtig zuordnen.
Dies führte zur Festnahme des Mannes, der sich nun vor Gericht verantworten musste. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, brachte eine Sachverständige in dem Prozess dunkle Details vor. Demnach sei das jüngste Opfer des 28-Jährigen erst vier Jahre alt gewesen.
Die Kinder seien schwer traumatisiert, oft können sie über das Erlebte nicht sprechen. Manche nässen sich aus Angst wieder ein. Für eines der Kinder hatte der Vorfall eine Zurückversetzung in der Schule zur Folge, ein anderes kann gar nicht mehr am Unterricht teilnehmen.
"Sie haben ihnen die Kindheit zerstört", sagte der Richter in der Verhandlung zum Angeklagten. Die Opfer des Mannes würden ein Leben lang unter seinen Taten leiden. Zudem sei das Missbrauchsmaterial teilweise noch immer im Netz.
Der Beschuldigte zeigte in dem Prozess Reue. Ihm sei nicht bewusst gewesen, was er anrichte. Seine Taten würden ihm leidtun. Der 28-Jährige sei über den Messenger-Dienst Telegram in die Szene gekommen. Andere User hätten ihn aufgefordert, Bilder und Videos von seinen Verbrechen an den Kindern zu posten.
Er sei selbst im Alter von fünf Jahren in einem Kinderheim missbraucht worden. Laut einem Gutachten sei sehr wahrscheinlich, dass er in Zukunft weitere Taten verüben werde. Daher wurde der 28-Jährige nicht rechtskräftig zu zwölf Jahren Haft und der Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum verurteilt.