Retouren-Falle aufgedeckt

Paketsteuer wird fällig, auch wenn du es zurückschickst

Die Paketsteuer verteuert viele Onlinebestellungen. Bei Retouren gibt es aber ein Kuriosum: Eine Rückerstattung des Geldes ist nicht vorgesehen.
Digital  Heute
02.10.2026, 16:53
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Wer bei Amazon, Zalando oder anderen großen Onlinehändlern bestellt, muss seit 1. Oktober mit zusätzlichen Kosten rechnen. Die neue Paketsteuer beträgt zwei Euro pro Paket oder Bestellung. Inklusive Umsatzsteuer sind das 2,40 Euro. Betroffen sind Versandhändler, die in Österreich mehr als 100 Millionen Euro Umsatz erzielen und Pakete an Endverbraucher verschicken. Als wäre der Ärger der Österreicherinnen und Österreicher über die Extrakosten nicht schon groß genug, kommt es nun zu einem Kuriosum, denn auch bei Rücksendungen ist die Regelung für Kunden relevant.

Wird ein Paket erfolgreich zugestellt und die Ware danach retourniert, bleibt die Steuerpflicht grundsätzlich bestehen, berichtet der ORF. Die Abgabe muss also nicht automatisch zurückerstattet werden. Amazon, Otto Österreich und Zalando zahlen bei vollständigen und zeitnahen Rücksendungen die Paketsteuer allerdings an ihre Kunden zurückzahlen. Das teilten die Unternehmen auf Anfrage der APA mit. Entscheidend sind dabei die jeweiligen Bedingungen des Händlers und der Fakt: Die Gebühr muss nicht zurückgezahlt werden, auch wenn das Paket zurückgeschickt wurde.

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Auch wer nur einen Teil einer Bestellung zurückschickt, sollte nicht davon ausgehen, dass die gesamte oder überhaupt ein Teil der Abgabe rückerstattet wird. Wie die Abgabe verrechnet wird, können die Händler selbst entscheiden. Sie dürfen die Steuer entweder pro Paket oder pro Bestellung einheben. Das macht für Kunden einen Unterschied: Werden mehrere Artikel gemeinsam bestellt und in getrennten Paketen verschickt, kann die Abgabe je nach Modell unterschiedlich hoch ausfallen.

Amazon verrechnet die Steuer pro Bestellung

Amazon und Otto Österreich haben sich dafür entschieden, die Paketsteuer pro Bestellung zu berechnen. Bei Amazon fällt sie damit nur einmal an – unabhängig davon, wie viele Artikel eine Bestellung enthält oder in wie vielen Paketen die Ware zugestellt wird. Amazon informierte seine Kunden zum Start der neuen Regelung darüber, dass die Paketsteuer vor Abschluss des Kaufs als eigene Position angezeigt wird. Wer mehrere Produkte gemeinsam bestellt, zahlt die Abgabe also nicht für jedes einzelne Paket, sondern einmal für den gesamten Einkauf.

Wie komplex die Regelung werden kann, zeigt Amazon auf seiner Hilfeseite. Dort heißt es, die Paketsteuer "fällt einmal pro Bestellung an, unabhängig davon, wie viele Artikel du bestellst oder in wie vielen Paketen die Bestellung ankommt". Für die wiederkehrenden Lieferungen im Rahmen von Spar-Abos "wird die Paketsteuer nicht verrechnet". Bei Rücksendungen wiederum kommt es auf den Fall an.

Amazon erstattet die Paketsteuer, wenn eine Bestellung vor dem Versand storniert wird, das Paket verloren geht oder die gesamte Bestellung zurückgeschickt wird. Das gilt auch bei einer Rücksendung aller Artikel im Gewährleistungsfall oder innerhalb der kostenlosen Rückgabefrist. Wird dagegen nur ein Teil der Bestellung storniert oder zurückgeschickt und mindestens ein Artikel behalten, wird die Paketsteuer nicht zurückerstattet.

Andere Händler können hingegen pro verschicktem Paket abrechnen. Wer regelmäßig online einkauft, sollte deshalb vor dem Kauf auf die ausgewiesenen Versand- und Zusatzkosten achten. Das Finanzministerium rechnet durch die Paketsteuer mit Einnahmen von rund 280 Millionen Euro pro Jahr. Das Geld soll einen Teil der Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel gegenfinanzieren, die seit 1. Juli gilt.

Die Handelsbranche lehnt die neue Abgabe ab. Sie erwartet Umsatzrückgänge und geht davon aus, dass die betroffenen Unternehmen die Mehrkosten an ihre Kunden weitergeben. Mehrere Händler wollen die Paketsteuer außerdem rechtlich bekämpfen. Laut Handelsverband sind 16 große Onlinehändler und Marktplätze betroffen. Dazu zählen Amazon, Temu und Zalando sowie Shop-Apotheke, Ebay, Otto, Best Secret, AliExpress, MediaMarkt, Apple, Universal, Ikea, Shein, XXXLutz und Refurbed.

Für Konsumenten bedeutet die neue Regelung vor allem eines: Onlinebestellungen können teurer werden. Wie stark sich die Abgabe auswirkt, hängt aber davon ab, bei welchem Händler bestellt wird und ob dieser pro Paket oder pro Bestellung abrechnet.

red,Akt. 02.10.2026, 18:06, 02.10.2026, 16:53