Raub mit Messer?

"Passen nicht ins Bild" – Syrer (17, 19) freigesprochen

Sechs Wochen saßen sie in U-Haft, nun sind sie vom Vorwurf des Raubes freigesprochen worden. Laut Gericht hätten sie "einen guten Eindruck" gemacht.
Newsdesk Heute
19.12.2025, 23:00
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Am Freitag mussten sich zwei Syrer (17, 19) am Wiener Landl verantworten, da ihnen vorgeworfen wurde, Anfang August einen 18-Jährigen mit einem Messer überfallen und dessen Handy geraubt zu haben. Zugetragen haben soll sich die Tat nahe der S-Bahn-Station Matzleinsdorferplatz, "Heute" berichtete.

Nachdem Fahndungsfotos von ihnen bei der Station veröffentlicht wurden, hatten sich die Beschuldigten im November der Polizei gestellt. In weiterer Folge wurden sie festgenommen und saßen seither aufgrund von Tatbegehungsgefahr in U-Haft.

Beschuldigte bestreiten Vorwürfe

Wie der "Kurier" berichtet, wären die jungen Männer nicht vorbestraft gewesen. Zudem hätten sie perfekt Deutsch gesprochen und seien jeweils im dritten Lehrjahr gewesen – der eine als Glaser, der andere als Elektriker.

In der nunmehrigen Gerichtsverhandlung wiese beide Angeklagten die Vorwürfe zurück. Sie hätten kein Motiv gehabt, den 18-Jährigen zu überfallen. Weder sein Geld, noch sein Handy hätten sie haben wollen. Sie hätten nie etwas mit dem mutmaßlichen Opfer zu tun gehabt. Er sei lediglich an der gleichen Station ausgestiegen, habe sie "komisch angeschaut" und "irgendetwas gesagt". Sie hätten jedoch nicht weiter darauf reagiert. Es sei nichts passiert.

Gericht erklärt Freispruch

Die Schilderungen des 18-Jährigen zeichneten ein anderes Bild von dem Vorfall. Er sagte vor Gericht, was er schon damals der Polizei erzählt hatte, als er den Raubüberfall anzeigte. Dem Staatsanwalt zufolge gäbe es keinen Grund, warum der junge Mann diesen Vorfall hätte erfinden sollen. Sowohl er als auch die Beschuldigten hätten "einen guten Eindruck" gemacht.

Dieser Ansicht war auch die Vorsitzende des Schöffensenats. Dennoch stünden hier Aussage gegen Aussage. Zudem gäbe es keine Aufnahmen von strafbaren Handlungen. Daher wären die beiden Beschuldigten freizusprechen, so das Urteil des Gerichts. "Die zwei passen so gar nicht ins Bild von Beschuldigten, mit denen wir es sonst zu tun haben", hieß es. Auch die Staatsanwaltschaft zeigte sich damit offenbar einverstanden. Auf Rechtsmittel wurde verzichtet.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 20.12.2025, 13:18, 19.12.2025, 23:00
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