Bereits im Februar hatte er erstmals öffentlich mit einem Antritt geliebäugelt. Nun folgt der nächste konkrete Schritt – obwohl die Hofburg-Wahl erst 2028 ansteht.
Der frühere burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl macht mit seinen Hofburg-Plänen ernst. Für eine mögliche Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl 2028 wird derzeit laut "Kurier" der Unterstützungsverein "Gemeinsam für Österreich – Hans Niessl" gegründet. Niessl bestätigte das am Donnerstag.
Der Verein soll die organisatorische Basis für einen Antritt schaffen. Dazu gehört vor allem das Sammeln der notwendigen Unterstützungserklärungen. Gleichzeitig soll Geld für einen möglichen Wahlkampf gesammelt werden.
Zusätzlich ist eine Wahl- und Bürgerplattform geplant. Dort sollen laut Niessl Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen sowie Vertreter verschiedener Parteien zu Wort kommen. Der 75-Jährige will seine mögliche Kandidatur bewusst überparteilich aufstellen.
"Momentan ist es so, dass übereinander geredet wird und nicht miteinander", sagt Niessl. Für ihn müsse der Dialog mit allen Parteien möglich sein. Auch eine Ausgrenzung der FPÖ hält der frühere Landeshauptmann für falsch. Diese trage seiner Ansicht nach nur dazu bei, dass die Partei weiter stärker werde.
Inhaltlich nennt Niessl bereits erste Schwerpunkte. Besonders wichtig seien ihm die Entlastung des Mittelstandes und die österreichische Neutralität. Zwar könne ein Bundespräsident im Parlament nicht mitbestimmen, dennoch müsse dieser eine Meinung haben und sich zu wichtigen Fragen äußern.
Mit an Bord sind bereits bekannte Namen. Zu den Initiatoren des Vereins zählt der frühere SPÖ-Staatssekretär Peter Wittmann. Auch der Unternehmer Andreas Binder aus Bad Sauerbrunn unterstützt das Projekt. Binder und Wittmann führen gemeinsam eine Firma, an der auch Niessl beteiligt ist.
Weitere prominente Unterstützer sollen nach und nach präsentiert werden. Rückhalt bekommt Niessl vor allem aus dem Burgenland. Auch sein früherer enger Mitarbeiter Herbert Oschep soll bei dem Projekt mitwirken.
Aus der SPÖ-Bundeszentrale gab es dagegen bisher offenbar keinen Kontakt zu Niessl wegen einer möglichen Kandidatur. Das scheint ihn wenig zu stören. Für ihn sei die Meinung der Bevölkerung wichtiger als eine reine Parteimeinung.