Brisanter Fall bei der österreichischen Polizei: Gegen eine 23-jährige Polizeianwärterin, die ihre zweijährige Ausbildung in Graz absolviert hat, laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation beziehungsweise einer kriminellen Vereinigung. Das berichtet die "Kronen Zeitung" am Donnerstagabend.
Besonders brisant: Obwohl gegen die junge Frau ein vorläufiges Waffenverbot besteht, hätte sie am Sonntag ihren mehrmonatigen Praxisdienst bei der Wiener Polizei antreten sollen.
Laut "Krone" sah eine interne Dienstanweisung sogar vor, dass die angehende Polizistin während ihrer Dienstzeit eine Pistole tragen darf. Die Dienstwaffe hätte sie allerdings nach jeder Schicht wieder abgeben müssen.
Der Fall sorgt auch deshalb für Aufsehen, weil bereits gegen eine weitere Frau aus demselben Ausbildungskurs ermittelt wird, "Heute" berichtete. Die 27-jährige ehemalige Polizeischülerin soll für die Terrormiliz IS rekrutiert haben. Sie wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus der Polizeiausbildung ausgeschlossen.
FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann kritisierte die Vorgänge scharf und nahm Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) in die Pflicht.
Wie die "Krone" nun berichtet kam es seitens des Innenministeriums mittlerweile zur Kehrtwende. Die 23-Jährige wird für die Dauer der Ermittlungen vom Dienst abgezogen. Ob sie danach weiterhin bei der Polizei beschäftigt sein wird, ist derzeit offen.