Bahn stellt völlig um

Preis-Bremse, Total-Umbau – bei ÖBB ändert sich alles

Die Regierung ordnet den ÖBB-Konzern neu. Die Reform soll Doppelgleisigkeiten abbauen und bis 2029 gesamt 250 Millionen Euro einsparen. Die Details.
22.10.2026, 15:31
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die ÖBB stehen vor dem größten Umbau seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS haben sich auf eine Reform geeinigt, die Zuständigkeiten im Bahnkonzern neu ordnen soll. Die ÖBB-Holding bekommt mehr Macht, während die Personenverkehrs- und Güterverkehrsgesellschaften künftig als GmbHs geführt werden sollen. Die ÖBB-Infrastruktur bleibt hingegen eine eigenständige Aktiengesellschaft.

Der Gesetzesentwurf soll kommende Woche in Begutachtung gehen, das neue Bundesbahngesetz am 1. Jänner 2027 in Kraft treten. Künftig soll die Holding die operativen Tochtergesellschaften direkter steuern können. Zusätzlich zum CEO und CFO ist ein drittes Vorstandsmitglied vorgesehen, das als COO die konzernweite Bahnproduktion koordinieren soll. Auch die ÖBB-Produktion und die ÖBB-Technische Services werden der Holding unterstellt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Rund 350 Millionen Fahrgäste gezählt

Damit will der Konzern Doppelgleisigkeiten abbauen und Verantwortlichkeiten klarer verteilen. Die ÖBB erwarten durch die Reform Einsparungen von rund 80 Millionen Euro pro Jahr. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2029 sollen insgesamt rund 250 Millionen Euro eingespart werden. Die Umsetzung soll ab 2027 erfolgen. ÖBB-Chef Andreas Matthä begrüßte die Einigung. Die neue Struktur soll schnellere Entscheidungen ermöglichen.

Außerdem soll das Großprojekt die Leistungen stärker an den Bedürfnissen der Fahrgäste und Kunden ausrichten. Der Handlungsdruck ist laut ÖBB gewachsen: Auf Österreichs Schienen sind mittlerweile 98 Eisenbahnverkehrsunternehmen unterwegs, vor zehn Jahren waren es 63. Auch die Zahl der Bahnreisenden ist gestiegen. 2025 wurden laut Konzern rund 350 Millionen Fahrgäste gezählt, 2016 waren es 240 Millionen.

Tickets sollen doch nicht teurer werden

Parallel zur gesetzlichen Reform läuft die Neuaufstellung der Bahnproduktion unter dem Namen "PR26". Dabei sollen Fahrpläne, Fahrzeuge, Personal, Werkstätten und Instandhaltung enger aufeinander abgestimmt werden. Geplant ist unter anderem, stärker nach Verkehrssystemen wie Tag- und Nachtfernverkehr oder Einzelwagenverkehr zu planen. Der operative Start ist für 1. Juli 2027 vorgesehen.

Zusätzlich hat sich die Koalition auf eine Preisbremse beim Klimaticket Österreich geeinigt. Eine ursprünglich vorgesehene Erhöhung um 3,6 Prozent soll ausbleiben. Das soll Ticketbesitzern rund 22 Euro ersparen. Der Preis soll damit weniger stark steigen als die Inflation.

red, 22.10.2026, 15:31
Mehr zum Thema