Nicht nur auf der Koralmbahn (+43 Prozent), sondern auch allgemein steigt die Zahl der Zugpassagiere. Immer mehr private Anbieter machen den ÖBB hier Konkurrenz, mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember kommen deshalb einige Verbindungen neu hinzu, wie bei der Präsentation am Mittwoch bekannt gegeben wurde.
Grundsätzlich wird das Fahrplanjahr 2027 herausfordernd: Preiserhöhungen, Bauarbeiten, fünf Monate lang ist das Deutsche Ecke gesperrt, was weitreichende Einschränkungen auf der Weststrecke mit sich bringt; und auch auf der Tauernstrecke geht in diesen Monaten nichts. Rechtzeitig zum Ferienbeginn startet aber eine neue, spannende Verbindung.
In Kooperation mit der Deutschen Bahn und der Trenitalia wird der Hochgeschwindigkeitszug "Frecciarossa" erstmals durch Österreich rollen. Von München geht es über Innsbruck nach Mailand bzw. Rom.
Richtung Slowakei werden zwei neue EC-Direktverbindungen von Wien über Bratislava und Žilina nach Košice in den Fahrplan aufgenommen. Ab Sommer 2027 werden der RJX 765 von Bregenz über Wien bis Bratislava und der RJX 168 von Bratislava über Wien bis Zürich verlängert.
Geplant ist auch die immer wieder verschobene Aufnahme der Direktverbindung nach Belgrad. Dank der neuen Strecke zwischen Serbien und Ungarn wird dieser Zug nur 6h30 brauchen. Der genaue Zeitpunkt des Starts dieser Verbindung hängt allerdings noch von der Zulassung der Strecke in Ungarn ab.
„Mit dem Fahrplan 2027 bieten wir unseren Fahrgästen weiterhin ein starkes und verlässliches Angebot. Gleichzeitig sorgen neue Direktverbindungen und moderne Züge dafür, dass Bahnreisen in Österreich und international noch komfortabler und attraktiver werden“Andreas Matthä ÖBB-CEO
Nach Abschluss der Generalsanierung Passau–Nürnberg kehrt weiters der ICE nach Nürnberg, Frankfurt, Dortmund und Berlin zurück. Ein zusätzliches ICE-Zugpaar am Tagesrand zwischen Wien und Dortmund erweitert das Angebot. Insgesamt bestehen somit ab Fahrplanwechsel 10 ICE-Verbindungen von Wien nach Nürnberg. Eine Nacht-Fernverkehrs-Verbindung zwischen Wien und Stuttgart wird als Nacht-ICE eingeführt und besonders preisgünstig sein.
Auch innerhalb Österreichs bauen die ÖBB ihr Angebot aus. Zwischen Graz und Villach gibt es zusätzliche Züge über die Koralmbahn, die Verbindung von Graz nach Maribor hält künftig auch am Flughafen Graz. Ab Juli 2027 fahren täglich elf Direktzüge pro Richtung zwischen Graz und Linz. Neu ist auch eine Frühverbindung von Graz nach Klagenfurt um 4.48 Uhr an Werktagen.
In der Ostregion wird der Flughafen Wien besser angebunden, zudem gibt es schnellere Verbindungen zwischen Wien und Wolfsthal sowie zusätzliche Züge nach Wiener Neustadt, Eisenstadt, Wulkaprodersdorf und Eichgraben/Altlengbach. In Vorarlberg kommen neue Direktverbindungen in die Schweiz und nach Deutschland dazu.
Beim Wagenmaterial ändert sich ebenfalls einiges. Im Nahverkehr kommen weitere 27 Cityjet Doppelstockzüge dazu. Für den grenzüberschreitenden Nahverkehr zwischen Tirol und Südtirol sind sechs neue Coradia Stream-Züge vorgesehen, damit entfällt der Umstieg am Brenner.
Auch im Fernverkehr werden weitere moderne Fahrzeuge eingesetzt: Zehn Railjets der neuen Generation und 14 neue Railjet-Doppelstockzüge erweitern künftig die ÖBB-Flotte. Insgesamt investieren die ÖBB bis 2030 rund 6,1 Milliarden Euro in 330 neue und moderne Züge. 2026 wurde die ÖBB-Flotte um ca. 80 Fahrzeuge erweitert, 2027 kommen 57 weitere dazu.