Die Wiener Austria kommt nicht zur Ruhe. Nach der Länderspielpause setzte es am Samstag ein 0:2 bei Sturm und damit die bereits fünfte Saisonniederlage. In der Tabelle sind die "Veilchen" nur Zehnter – zwei Zähler vor dem Abstiegsplatz.
Im Sky-Podcast "Hamann & Stankovic – Der Fußball Podcast" nimmt Ex-Kicker und TV-Experte Marko Stankovic die Situation bei den Veilchen unter die Lupe. Gemeinsam mit Ex-Liverpool-Star Didi Hamann diskutiert er die Probleme der Wiener, der 2013 in der bislang letzten Meistermannschaft der Austria stand.
Dabei findet Stankovic klare Worte für die Qualität des Kaders: "Ich bin extrem der Meinung, dass die Qualität in der Mannschaft einfach nicht gut genug ist für den Anspruch." Auch die Erwartungen im Verein sieht der 40-Jährige kritisch: "Vielleicht sind Anspruch und Realität viel zu weit auseinander."
Das Problem ortet Stankovic vor allem in der finanziellen Situation der Austria. "Das Stadion ist wunderschön, das ist ein Schmuckkästchen, es sind die Leute da. Die erwarten sich einiges, aber es ist halt so, dass von ganz oben bei der Austria das Problem ist." Das fehlende Geld für neue Spieler mache sich bemerkbar.
Vor allem im Angriff sieht der Experte Handlungsbedarf. "Ganz vorne fehlt ein richtiger Stürmer. Du hast den Jojo Eggestein, der richtig stark ist. Der hat ja keinen vorne, mit dem er zusammenkicken kann." Sein ernüchterndes Fazit: "Das ist ein Problem, es ist viel Stückwerk."
Doch wäre ein Trainerwechsel die Lösung? Stankovic nimmt Austria-Coach Stephan Helm zunächst in Schutz: "Ich glaube nicht, dass es am Trainer liegt bei der Wiener Austria. Stephan Helm hat in den letzten Jahren gezeigt, dass er dort etwas Gutes machen kann."
Dennoch schließt der ehemalige Bundesliga-Kicker einen Wechsel auf der Trainerbank nicht aus. Als Beispiel nennt er den GAK, bei dem ein neuer Coach frischen Wind gebracht habe. Ein ähnlicher Effekt wäre aus seiner Sicht auch bei der Austria denkbar.
"Ich bin ein großer Sympathisant von Stephan Helm, aber vielleicht ist genau das auch etwas, was der Austria einen neuen Impuls geben kann", erklärt Stankovic. Eine klare Forderung nach einer Entlassung ist das nicht – die Diskussion um die Zukunft des Austria-Trainers dürfte damit aber weitergehen.