Das Schicksal von Buckelwal Timmy hat zahlreiche Menschen beschäftigt. Nach einer spektakulären Rettungsaktion war später auf der dänischen Insel Anholt ein toter Buckelwal entdeckt worden. Doch war es tatsächlich Timmy? Diese Frage sorgte lange für Spekulationen.
Daten eines Trackers und äußerliche Merkmale deuteten bereits darauf hin, dass es sich bei dem Kadaver um Timmy handelte. Eine endgültige Bestätigung fehlte allerdings. Manche hofften deshalb weiter, dass Timmy noch leben könnte und das tote Tier womöglich ein anderer Wal war.
Mitglieder einer Walinitiative wollten Klarheit und ließen DNA-Proben in einem Labor in China untersuchen. Einrichtungen in Deutschland hätten den Auftrag nicht übernehmen wollen.
Am 22. Juli stellte Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies die Ergebnisse vor Journalisten, TikTokern und weiteren Interessierten vor. Statt Klarheit brachte die Präsentation allerdings neue Fragen.
Tönnies erklärte damals, dass die untersuchten Proben womöglich sogar von zwei unterschiedlichen Tierarten stammen könnten. "Ich kann nicht ausschließen, dass Timmy noch lebt, finde das aber total unlogisch", sagte die Tierärztin.
Fest stand zu diesem Zeitpunkt lediglich, dass die DNA-Spuren des auf Anholt gefundenen Kadavers von einem Buckelwal stammten. Bei der Vergleichsprobe von Timmy gab es hingegen Unsicherheiten. Diese war entnommen worden, als der Wal auf einer Barge aus der Ostsee gebracht wurde.
Die Probe soll längere Zeit in einer Box auf dem Gang eines Begleitschiffs gelegen haben. Wie sie genau genommen worden war und ob es zu einer Verunreinigung gekommen sein könnte, blieb offen. Im Internet sorgten die widersprüchlichen Ergebnisse für neue Spekulationen über Timmys Schicksal.
Eine genauere genetische Einordnung der vorhandenen Daten sollte schließlich Klarheit schaffen. Prof. Dr. Bertram Brenig, Genetiker an der Universität Göttingen, wertete diese im Auftrag von Tönnies aus.
Das Ergebnis soll dem Bericht zufolge am 11. September offiziell bekannt gegeben werden. BILD berichtet jedoch bereits jetzt über den Inhalt des vierseitigen Untersuchungsberichts.
"Die bereitgestellten Datensätze D1 (Probe Timmy aus der Barge, Anm. d. Red.) und T1 (Probe von Anholt, Anm. d. Red.) wurden bioinformatisch auf eine mögliche Identität der Spurengeber untersucht. Nach der Datenreduktion unter Anwendung üblicher Qualitätsstandards konnte eine Übereinstimmung der beiden Datensätze (IBS-Distanz) von 99,91% ermittelt werden", heißt es darin laut der deutschen Boulevardzeitung.
Damit stimmen die beiden untersuchten Datensätze zu 99,91 Prozent überein.
Brenig weist in seinem Bericht allerdings darauf hin, dass er nicht die Proben selbst untersucht hat. Zur Herkunft der Proben könne er daher keine Aussage treffen. Die vom Labor in China gelieferten Daten seien jedoch von guter Qualität.
Die Analyse brachte noch eine weitere Erkenntnis: Die ausgewerteten Daten beider Proben weisen darauf hin, dass Timmy weiblich war.