Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben auf die Angriffe von den USA und Israel reagiert. Sie behaupten, einen US-Flugzeugträger im Persischen Golf angegriffen und getroffen zu haben. "Der US-Flugzeugträger 'USS Abraham Lincoln' wurde von vier ballistischen Raketen getroffen", teilten die Revolutionsgarden am Sonntag laut örtlichen Medien mit. Außerdem warnten sie: "Land und Meer werden mehr und mehr zum Friedhof der terroristischen Aggressoren."
Das US-Verteidigungsministerium hat kurze Zeit später die Angaben der iranischen Revolutionsgarden dementiert, wonach der US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" bei einem Angriff getroffen worden sein soll. "Die 'Lincoln' wurde nicht getroffen", teilte das US-Kommando für den Nahen Osten (Centcom) am Sonntag mit. "Lüge", erklärte das Centcom weiter. "Die abgeschossenen Raketen sind ihr nicht einmal nahe gekommen."
Die Tötung des geistlichen Oberhaupts vom Iran, Ayatollah Ali Chamenei, bei US-israelischen Luftangriffen wird von der Europäischen Union sowohl als Zeichen der Hoffnung als auch als Gefahr für die Region gesehen. Der Tod Chameneis wecke "neue Hoffnung für das iranische Volk", gleichzeitig bestehe aber "ein echtes Risiko der Instabilität, die die Region in eine Spirale der Gewalt treiben könnte", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag.
Die USA und Israel haben am Samstag in der Früh eine massive Welle von Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Laut israelischen Angaben wurden dabei insgesamt 40 ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter auch das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Als Reaktion darauf griff der Iran Israel sowie US-Militäreinrichtungen in mehreren Staaten der Region an. Die gegenseitigen Angriffe hielten auch am Sonntag weiter an.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete die Tötung des geistlichen Oberhaupts als "entscheidenden Moment in der Geschichte des Irans". Sie stehe in Kontakt mit regionalen Partnern, um gemeinsam Schritte zur Deeskalation zu finden, erklärte Kallas am Sonntag auf X. Der Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, forderte unterdessen "ganz Europa" dazu auf, "Maßnahmen zur Entschärfung des Konflikts" im Nahen Osten zu setzen.
Der Konflikt zwischen dem Iran, Israel und den USA sei ein Test dafür, "ob Europa die sich abzeichnende Ordnung mitgestalten oder einfach nur ihre Zersplitterung beobachten will". Untätigkeit wäre in diesem Fall "eine Kapitulation", so Berset. Dem Europarat gehören 46 Mitgliedstaaten an. Er setzt sich für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ein.