Die Erntebilanz für viele Herbstkulturen rutscht weiter ins Minus: Wie die "Krone" unter Berufung auf AMA/Landwirtschaftskammer berichtet, sorgt die Rekordtrockenheit des vergangenen Hitzesommers bei Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Soja, Sonnenblumen und Kürbis für massive Ausfälle.
Besonders hart trifft es Kartoffeln. Die geschätzten Ertragserwartungen liegen laut Landwirtschaftskammer zwischen minus 50 und minus 70 Prozent. Die Lage wird dort als "dramatisch" beschrieben.
Auch andere Herbstkulturen sind stark betroffen. Sie standen länger unter Trockenstress als Getreide, das bereits im Sommer geerntet wurde. Beim Körnermais könnte die Gesamtmenge im Vergleich zum Fünfjahresschnitt um knapp 30 Prozent sinken, bei Sojabohnen sogar um mehr als 50 Prozent.
Die Grafik zeigt das ganze Ausmaß: Zuckerrüben liegen demnach bei minus 66 Prozent, Sojabohnen bei minus 51 Prozent, Sonnenblumen bei minus 36 Prozent. Körnermais kommt auf minus 30 Prozent, Ölkürbis auf minus 20 Prozent und Weichweizen auf minus 16 Prozent. Da mehrere Kulturen aktuell noch geerntet werden, sind größere Änderungen weiter möglich.
Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger findet deutliche Worte: "Die Missernte der Herbstkulturen fällt noch dramatischer aus, als befürchtet." Die Landwirtschaft sei von einer Trockenheit "bisher ungeahnten Ausmaßes getroffen und geschädigt" worden.
Das Dürrepaket der Regierung und weitere Maßnahmen nennt Moosbrugger "überlebensnotwendig". Zusätzlich brauche es "weitere Zukunftsinvestitionen in die Klimafitness" der heimischen Land- und Forstwirtschaft.
Bei Zuckerrüben könnte die Menge heuer gegenüber dem Vorjahr um bis zu 52 Prozent einbrechen. Je nach Lage reichen die Ertragserwartungen von minus 30 Prozent in besseren Gebieten bis minus 70 Prozent im Trockengebiet Ostösterreichs.
Etwas weniger schlimm als befürchtet fällt die Getreideernte aus. Anfang August war bei der Getreideproduktion ohne Mais noch ein Minus von 14,4 Prozent gegenüber dem langjährigen Schnitt erwartet worden. Nun liegt der Rückgang bei 10,9 Prozent. Bei Weichweizen beträgt das Minus 15,6 Prozent.
Auch abseits der Felder bleiben die Prognosen gedrückt: Die Weinernte dürfte um ein Viertel unter dem Langzeitschnitt liegen. Bei Äpfeln wird ein Drittel weniger erwartet als 2025.