Ob Grundwehrdienst, militärische Ausbildung oder eine Karriere als Berufssoldat: Wie viel Geld man beim österreichischen Bundesheer bekommt, hängt vor allem vom Dienstverhältnis und der gewählten Laufbahn ab. Während Grundwehrdiener vergleichsweise geringe monatliche Bezüge erhalten, können Soldaten in längeren Ausbildungen und im Berufsdienst mit deutlich höheren Einkommen rechnen.
Seit 1. Juli 2026 gelten zudem angepasste Gehaltstabellen. Im Zuge des Gehaltsabschlusses wurden die Bezüge im öffentlichen Dienst um 3,3 Prozent erhöht. Die konkreten Beträge unterscheiden sich je nach Einstufung und Verwendung.
Wer seinen Grundwehrdienst absolviert, erhält mehrere Zahlungen. Seit 1. Juli 2026 beträgt das monatliche Monatsgeld 297,99 Euro. Dazu kommt eine Grundvergütung von 327,58 Euro. Zusammengerechnet ergibt das zunächst 625,57 Euro pro Monat.
Mit einem höheren Dienstgrad steigt der Betrag durch zusätzliche Dienstgradzulagen. Gefreite erhalten monatlich weitere 80,37 Euro, bei Korporalen sind es 100,39 Euro. Zugsführer bekommen eine Zulage von 120,11 Euro pro Monat.
Zusätzlich gibt es Leistungen, die den Alltag während des Grundwehrdienstes erleichtern sollen. Dazu gehören ein kostenloses Klimaticket namens "KlimaTicket Österreich Bundesheer" sowie unter bestimmten Voraussetzungen Freifahrten und Wohnkostenbeihilfe.
Wer sich nach dem Grundwehrdienst für eine längere militärische Laufbahn entscheidet, kann in den Ausbildungsdienst wechseln. Hier fallen die Bezüge deutlich höher aus.
Für Rekruten im ersten bis fünften Monat werden rund 1.365,56 Euro netto pro Monat angegeben. Im sechsten Monat steigt der Betrag für Gefreite auf etwa 1.440,67 Euro netto. Für Korporale im Ausbildungsdienst sind rund 1.459,45 Euro netto ausgewiesen.
Die tatsächliche Höhe hängt vom jeweiligen Ausbildungsstand und Dienstgrad ab. Die genannten Beträge sind Nettowerte und daher nicht direkt mit den Bruttogehältern von Berufssoldaten vergleichbar.
Auch der konkrete Einsatz kann beim Einkommen einen großen Unterschied machen. Für Soldaten im Assistenzeinsatz mit dem Modell "6+3 Funktionsdienst" werden monatliche Bezüge von mehr als 3.830 Euro netto genannt. Die genaue Höhe richtet sich nach der jeweiligen Verwendung.
Bei einer Kaderpräsenzeinheit, kurz KPE, liegt der angegebene Bruttobetrag für Soldaten bei rund 2.378 Euro pro Monat. Dabei handelt es sich um eine andere Form des Dienstes als den regulären Grundwehrdienst.
Wer sich für das Bundesheer interessiert, sollte daher genau prüfen, welche Laufbahn und welches Dienstmodell zu den eigenen Vorstellungen passen. Die Bezüge unterscheiden sich teils erheblich.
Auch die Offiziers- und Unteroffiziersausbildung bietet eigene Gehaltsmodelle. Für angehende Fähnriche und Personen in der Berufsausbildung zum Unteroffizier werden monatlich rund 2.910 bis 2.922 Euro brutto zuzüglich Sonderzahlungen angegeben.
Wer an der Theresianischen Militärakademie studiert, erhält ab dem 13. Monat laut den vorliegenden Angaben rund 3.027,10 Euro brutto pro Monat. Urlaubs- und Weihnachtsgeld kommen zusätzlich dazu.
Die Offizierslaufbahn ist damit auch finanziell anders aufgestellt als der Grundwehrdienst. Dafür sind jeweils die entsprechenden Ausbildungs- und Dienstanforderungen zu erfüllen.
Für dauerhaft im Bundesheer beschäftigte Personen gelten eigene Gehaltsschemata. Im militärischen Dienst reicht die angeführte Gehaltsspanne von rund 2.456,80 bis 7.195,90 Euro brutto pro Monat. Ausschlaggebend sind dabei unter anderem die Einstufung und die Gehaltsstufe.
Für Berufsoffiziere werden im H1- und H2-Bereich monatliche Bruttobezüge zwischen rund 2.465,60 und 5.496,90 Euro genannt. Bei bestimmten höheren Funktionen mit Fixgehalt sind laut den angegebenen Tabellen auch deutlich höhere Beträge möglich.
Diese Spitzenwerte gelten allerdings nicht für alle Soldaten, sondern sind an bestimmte Funktionen und Einstufungen gebunden. Wer sich für eine berufliche Laufbahn interessiert, sollte daher die jeweilige Gehaltstabelle genau beachten.
Beim Bundesheer besteht das Einkommen nicht immer nur aus dem Grundgehalt. Je nach Dienstverhältnis, Verwendung und Einsatz können weitere Zahlungen hinzukommen. Auch Sonderzahlungen sind bei bestimmten Laufbahnen vorgesehen.
Ein direkter Vergleich ist deshalb nur sinnvoll, wenn klar ist, ob es sich um Netto- oder Bruttobeträge handelt und welche Zulagen bereits eingerechnet wurden. Besonders bei Grundwehrdienern, Ausbildungsdiensten und Berufssoldaten gelten unterschiedliche Berechnungsgrundlagen.
Die aktuellen Angaben zeigen: Während Grundwehrdiener mit Monatsgeld und Grundvergütung auf zunächst 625,57 Euro kommen, liegen die genannten Nettobezüge im Ausbildungsdienst bei rund 1.365 Euro oder mehr. In bestimmten Assistenzeinsätzen sind über 3.830 Euro netto pro Monat möglich. Bei Berufssoldaten hängt das Einkommen wiederum stark von Laufbahn, Einstufung und Verantwortung ab.