Tierische Forschung

Deshalb sind Riesenkängurus nur im Notfall gehüpft

Das ausgestorbene Riesenkänguru war schwerer als bisher angenommen und konnte dennoch kurze Strecken springend überwinden.
23.01.2026, 06:29
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Das Rote Riesenkänguru bringt es auf ein Gewicht von bis zu 90 Kilo. Es ist nicht nur das größte heute lebende Beuteltier, sondern auch das größte Säugetier, das springen kann. Seine Vorfahren, die zur Gattung Protemnodon gehören und im Pleistozän in Australien unterwegs waren, waren noch beeindruckender: Sie konnten mehr als doppelt so schwer werden, bis zu 250 Kilo auf die Waage bringen und aufgerichtet zwei bis drei Meter groß sein.

Bisher nahm man an, dass so eine schwere Last für die Hinterbeine dieser längst ausgestorbenen Riesen einfach zu viel gewesen wäre. Die Grenze fürs Springen liege bei etwa 150 Kilo, so zumindest die bisherige Annahme.

Breitere Fersenbeine und dickere Sehnen

Die Forschenden rund um Megan E. Jones von der University of Manchester kamen zu dieser Einschätzung, weil sie einfach den Körperbau moderner Kängurus auf größere Tiere hochgerechnet haben. Dabei wurden anatomische Unterschiede aber möglicherweise übersehen, erklärt Jones in einer Aussendung zur aktuellen Studie, die im Fachmagazin "Nature" erschienen ist.

Um das genauer zu klären, hat das Team jetzt die Anatomie der ausgestorbenen Riesen unter die Lupe genommen – und zwar anhand fossiler Überreste. Sie untersuchten, ob die Fußknochen des Riesenkängurus "Procoptodon goliah" groß und stabil genug waren und ob die Tiere ausreichend dicke Sehnen hatten, um Sprünge auszuhalten. Jones und ihre Kollegen fanden heraus, dass die Tiere kürzere und dickere Fußknochen hatten als ihre heutigen Verwandten. Auch die Fersenbeine waren deutlich breiter, so dass kräftigere Sehnen angesetzt werden konnten.

Die Forscher erklären aber auch: Die hüpfende Fortbewegung war nicht besonders wirtschaftlich, weil so dicke Sehnen nicht sehr elastisch sind. "Das machte die Riesenkängurus zu trägen und wenig effizienten Springern, geeignet eher für kurze Einheiten als für Langstrecken", so Jones. Wahrscheinlich war das Hüpfen nur eine von mehreren Fortbewegungsarten und wurde selten genutzt. Besonders nützlich dürfte das Springen im Notfall gewesen sein. Bei Gefahr oder auf der Flucht – etwa vor einem Beutellöwen – konnten die eiszeitlichen Beuteltiere unwegsames Gelände springend vermutlich deutlich schneller hinter sich bringen.

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 23.01.2026, 06:29
Jetzt E-Paper lesen