Die Rettungskräfte in Kalifornien setzen auch am Sonntag ihre Suche nach einem fünfjährigen Mädchen fort, das gemeinsam mit seinen Eltern an einem Strand ins Meer gerissen wurde.
Das vermisste Kind war am Freitag mit seinen Eltern am Garrapata-Strand unterwegs, rund zwei Autostunden südlich von San Francisco, als eine rund sechs Meter hohe Welle die Familie erfasste und ins Meer spülte. Vater Yuji Hu versuchte verzweifelt, seine Tochter zu retten, wurde jedoch selbst weiter aufs offene Meer hinausgezogen.
Auch die Mutter sprang ins Wasser, um zu helfen, wurde jedoch ebenfalls von der Welle mitgerissen. Sie konnte sich schließlich ans Ufer retten.
Zwei anwesende Strandbesucher zogen Yuji Hu aus dem Wasser und begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Beide Eltern wurden ins Spital gebracht, wo der Vater später für tot erklärt wurde. Die Mutter befindet sich in stabilem Zustand und erlitt lediglich eine leichte Unterkühlung. Das jüngere Kind der Familie, ein Zweijähriger, blieb unverletzt.
Der Unfall ereignete sich unmittelbar nach einem schweren Wintersturm, der am Vortag große Teile Südkaliforniens heimgesucht hatte – mit heftigem Regen, starken Winden und Überschwemmungen. Die Behörden hatten für die Region Los Angeles und umliegende Gebiete Warnungen vor Sturzfluten und Überflutungen ausgesprochen. Besonders gefährdet waren Gegenden, in denen im vergangenen Jänner große Flächenbrände gewütet hatten, dort drohten Erdrutsche und Schlammlawinen.
Strandbesucher wurden eindringlich daran erinnert, nach einem schweren Sturm niemals dem Meer den Rücken zuzuwenden. "Der Sturm hat eine starke Dünung erzeugt, die hier extrem hohe Wellen verursacht hat", erklärte Mike Dippel, Leiter der State Parks in Kalifornien, dem Sender KKTV. Die Behörden schätzten, dass die Wellen zum Zeitpunkt des Unglücks zwischen viereinhalb und sechs Metern hoch waren.