Die große Ronaldo-Posse im portugiesischen Nationalteam geht in die nächste Runde. Nach seinem vorzeitigen Abgang aus dem Teamcamp versuchte Trainer Jorge Jesus zuletzt die Wogen zwischen ihm und Cristiano Ronaldo zu glätten. Offenbar ohne Erfolg.
Wie der portugiesische Journalist und Insider Rui Santos bei "CNN Portugal" berichtet, soll Ronaldo für sich eine klare Grenze gezogen haben: Solange Jesus Teamchef ist, will der 41-Jährige demnach nicht mehr für Portugal auflaufen.
"Er ist mit dem Umgang mit der gesamten Situation überhaupt nicht zufrieden. Besonders empört war er über den Inhalt der Aussagen von Nationaltrainer Jorge Jesus", erklärt Santos.
Besonders die öffentlichen Aussagen des Trainers sollen Ronaldo verärgert haben. Einerseits sei dem Superstar eine Rückkehr in Aussicht gestellt worden, andererseits stellte Jesus seine Autorität als Teamchef klar heraus.
"Er hat aufgehört zu glauben und zu vertrauen – angesichts der Widersprüche zwischen dem geäußerten Wunsch, Cristiano Ronaldo zurückzuholen, damit er weiterhin an der Nations League teilnehmen kann, und der gleichzeitigen deutlichen Aussage: ‘Von niemandem gibt es eine Entschuldigung. Ich bin nicht hier, um um Entschuldigungen zu bitten. Ich bin derjenige, der den Kader nominiert.‘ Das war letztlich eine Demonstration von Autorität", schildert Santos.
Damit scheint der Bruch tiefer zu sein als zunächst angenommen.
Auslöser des Streits war Ronaldos Rolle beim 2:1 gegen Norwegen. Der Superstar saß über die gesamten 90 Minuten auf der Bank. Wenig später reiste er vorzeitig aus dem Teamcamp ab.
Sportlich ließ sich Portugal davon bislang nicht aus der Bahn werfen. Nach dem Sieg gegen Norwegen folgten auch Erfolge gegen Dänemark und im Rückspiel mit den Norwegern. Die Bilanz von Jesus kann sich damit sehen lassen: vier Spiele, vier Siege.