Die Debatte um Lachgas nimmt in OÖ weiter Fahrt auf. Nachdem zuletzt die FPÖ ein Verbot gefordert hatte, meldet sich nun der zuständige Landesrat zu Wort – und setzt einen anderen Schwerpunkt. Der Hintergrund: Lachgas wird zunehmend missbräuchlich konsumiert – vor allem von Jugendlichen. Besonders im Fokus stehen Verkaufsautomaten und der einfache Zugang im Internet.
Kinder- und Jugendschutzlandesrat Martin Winkler (SPÖ) begrüßt zwar grundsätzlich die Diskussion rund um den Trend, warnt aber vor Schnellschüssen auf Landesebene. Für ihn ist klar: "Entscheidend ist nicht die lauteste Forderung, sondern die nachhaltigste und wirksamste Lösung. In diesem Fall geht das nur über ein bundesweites Abgabeverbot."
Der Landesrat verweist auf Deutschland, Lachgas seit Kurzem verboten ist. Genau diesen Weg hält er auch für Österreich für sinnvoll: "Deutschland geht hier einen klugen Weg, indem es das Thema auf Bundesebene regelt. Genau dort gehört es auch hin."
Winkler erklärt weiter: "Wir regeln auch nicht die Helmpflicht im Straßenverkehr über Landesjugendschutzgesetze, sondern dort, wo sie hingehört – in der bundesweiten Straßenverkehrsordnung." Alles andere sei "Symbolpolitik, die kein Problem löst".
Ein Flickenteppich aus Landeslösungen würde laut Winkler wenig bringen. Im Gegenteil:
Solche Maßnahmen würden das Problem nur verlagern – etwa durch Online-Bestellungen oder Käufe in anderen Regionen: "Wer ernsthaft regulieren will, muss dort ansetzen, wo diese Vertriebsstrukturen auch tatsächlich wirksam gesteuert werden können."
Winkler stellt gleichzeitig klar, dass es in OÖ bereits entsprechende Gesetze gibt: Der missbräuchliche Konsum von Rauschmitteln – dazu zählt auch Lachgas – ist für Jugendliche verboten. Auch Erwachsene stünden in der Verantwortung, Teenies solche Übertretungen nicht zu ermöglichen.
Dennoch: "Ich habe bereits erste Schritte gesetzt, damit es bundesweit zu einer sinnvollen, nachhaltigen Lösung kommt", so der Landesrat. "Auf meine Initiative wird das Thema Lachgas bei der nächsten Landesjugendreferent:innenkonferenz eingebracht."
Winkler macht aber auch klar: Beim Lachgas gehe es nicht nur um Minderjährige. Die gesundheitlichen Risiken beträfen alle Altersgruppen. "Genau deshalb braucht es eine sachliche und systematische Lösung – und keine punktuellen Maßnahmen, die nur einen Teilbereich abdecken."