Während andere Haustiere gerne mal den Gartenzaun überwinden, hat Königspython "Buddy" gleich das große Abenteuer gewählt. Seit Wochen fehlt von der ungiftigen Würgeschlange aus dem hessischen Brachttal jede Spur – und inzwischen scheint der tierische Ausreißer zum heimlichen Star der ganzen Region geworden zu sein.
Der bislang heißeste Hinweis: In einem Nachbargarten entdeckten Anwohner auf einem Holzstapel eine auffällig gemusterte Schlangenhaut. Schnell war klar, dass sie kaum von einer heimischen Ringel- oder Äskulapnatter stammen konnte. Die Polizei vermutet, dass sich "Buddy" dort gemütlich gehäutet und anschließend wieder lautlos davon geschlängelt hat.
Seitdem wird im Ort gerätselt, wo sich der Schlangen-Ausreißer wohl versteckt. Unter Holzstapeln? Im Kompost? Oder genießt Buddy einfach einen entspannten Sommerurlaub, während halb Brachttal nach ihm Ausschau hält?
Die Besitzerin bleibt trotz allem gelassen. Buddy sei nicht giftig, kenne ausschließlich aufgetautes Frostfutter und stelle weder für Menschen noch für Haustiere eine Gefahr dar. Wie der Ausbruch überhaupt gelang, ist ihr allerdings bis heute ein Rätsel. Vermutlich schob die neugierige Königspython die Terrariums-Scheibe auf und verschwand anschließend durch ein gekipptes Badezimmerfenster in die Freiheit.
Auch wenn man liest, dass Leute mit Wärmebildkameras aushelfen könnten, so ist diese Taktik bei Schlangen meist sinnlos. Schlangen sind wechselwarme Geschöpfe und nehmen die Temperatur ihrer Umgebung an - somit würde sich der Python kaum vom Untergrund unterscheiden.
Lediglich nach einem Sonnenbad von "Buddy", könnte man wohl einen höheren Kontrast auf allfälligen Bildern feststellen.
Die Polizei bittet weiterhin darum, Buddy nicht selbst einzufangen, falls er entdeckt wird. Stattdessen sollen Finder Abstand halten und die Behörden informieren. Bis dahin bleibt nur eine Hoffnung: Dass Buddy sein Abenteuer irgendwann freiwillig beendet und sich wieder in sein Terrarium schlängelt. Schließlich gilt auch für Königspythons: Zu Hause schläft es sich meistens doch am gemütlichsten.