Hundebesitzer in der Schweizer Grenzstadt Chiasso müssen sich ab August auf eine ungewöhnliche Neuerung einstellen: Künftig reicht es nicht mehr, den Hundekot einzusammeln – auch Hundeurin muss mit Wasser verdünnt werden. Wer ohne Wasserflasche unterwegs ist oder das "Nachspülen" vergisst, riskiert nach einer kurzen Übergangsphase eine Geldstrafe.
Die Gemeinde im Kanton Tessin reagiert damit auf ein Problem, das vor allem in den Sommermonaten immer größer geworden ist. Besonders in der historischen Altstadt mit ihren Kopfsteinpflaster-Gassen und dekorativen Laternenpfählen haben Hunde immer wieder für unangenehme Gerüche gesorgt. Zudem müssten die betroffenen Bereiche regelmäßig aufwendig gereinigt werden.
Die neue Gemeindeverordnung schreibt vor, dass Hundebesitzer die flüssigen Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner unverzüglich mit ausreichend Wasser verdünnen müssen. Deshalb sollen beim Spaziergang künftig immer eine kleine Wasserflasche oder ein anderer geeigneter Behälter mitgeführt werden.
In den ersten Wochen wollen die Behörden Verstöße noch mit Ermahnungen ahnden. Danach werden jedoch 100 Schweizer Franken – umgerechnet rund 107 Euro – fällig.
Stadtschreiber Umberto Balzaretti zeigt sich von der Diskussion um die neue Regel gelassen. Bei den sommerlichen Temperaturen hätten viele Menschen ohnehin eine Wasserflasche dabei. Ein Teil davon könne problemlos genutzt werden, um nach dem Pinkeln des Hundes kurz nachzuspülen. Damit auch Besucher Bescheid wissen, plant die Stadt, zusätzliche Hinweisschilder aufzustellen. Die Regel gilt ausschließlich für Hunde – für Katzen ist eine vergleichbare Vorschrift derzeit nicht vorgesehen.
Chiasso zählt rund 7.500 Einwohner und etwa 500 registrierte Hunde. Ob sich die ungewöhnliche Maßnahme bewährt und vielleicht auch in anderen Gemeinden Schule macht, bleibt abzuwarten. Für Hundebesitzer heißt es künftig jedenfalls: Leine, Sackerl und Wasserflasche gehören beim Gassigehen zusammen.