Ein heftiges Unwetter hat der Jucker Farm AG in Rafz im Schweizer Kanton Zürich einen herben Rückschlag beschert. Starker Regen und Hagel zerstörten Ende Juni fast den gesamten Bestand an Wassermelonen. Die Ernte fällt heuer komplett aus.
Nach Angaben des Betriebs wurden rund 90 Prozent der Pflanzen beschädigt. Die Früchte platzten durch den Hagel auf und sind damit unverkäuflich. Unter normalen Bedingungen hätte die Farm heuer rund 16 Tonnen Wassermelonen geerntet.
Der finanzielle Schaden wird auf 40.000 bis 50.000 Schweizer Franken geschätzt. Dazu kommen die bereits angefallenen Kosten für Anbau und Pflege der Pflanzen.
Dabei ist der Melonenanbau in Rafz eine echte Erfolgsgeschichte. Bereits in den 1990er-Jahren baute der Betrieb Charentais-Melonen an, stellte die Produktion 2015 wegen der unsicheren Wetterbedingungen aber wieder ein. Drei Jahre später folgte das Comeback - diesmal mit Wassermelonen. Die zunehmend wärmeren Sommer machten den Anbau wieder attraktiv, die Nachfrage entwickelte sich rasch positiv.
Die Farm setzt auf kleinere, nahezu kernfreie Sorten wie Pepita, Gathino und Mini Love. Geerntet werden sie bereits ab Anfang Juli, sofern es genügend Sonnenstunden gibt. Statt Samen kommen Setzlinge zum Einsatz, die unter biologisch abbaubarer Mulchfolie wachsen. In den ersten Wochen schützen Folientunnel und bei Bedarf Vlies die wärmeliebenden Pflanzen vor Kälte.
Auch beim Anbau setzt der Betrieb auf Nachhaltigkeit. Die Wassermelonen werden regenerativ kultiviert - unter anderem mit Terra Preta, Komposttee, möglichst schonender Bodenbearbeitung und Getreidemischungen zwischen den Reihen, die den Boden stabilisieren und Unkraut unterdrücken. Weil Melonen eng mit Kürbissen verwandt sind, kann die Farm zudem bestehende Maschinen und Erntetechnik nutzen.
Nach dem erfolgreichen Melonen-Comeback im Jahr 2018 sorgt ausgerechnet ein Hagelsturm nun für den bittersten Rückschlag - 16 Tonnen Sommergenuss landen heuer auf dem Kompost.