Der juristische Machtkampf um die quadratische Form geht in die nächste Instanz: Am Oberlandesgericht in der deutschen Metropole Stuttgart treffen am 15. Oktober, 10.30 Uhr, der Schokoladen-Riese Ritter Sport und der Mannheimer Familienbetrieb Wacker erneut aufeinander. Im Zentrum des Streits steht der Bio-Haferriegel "Monnemer Quadrat Bio".
Ende 2024 brachte Wacker den Snack auf den Markt. Die viereckige Form war als Hommage an Mannheim gedacht, dessen Innenstadt für ihr historisches Schachbrettmuster aus Häuserquadraten bekannt ist.
Ritter Sport sah darin jedoch einen Angriff auf seine seit 1996 geschützte Verpackungsmarke, verlangte Schadenersatz, einen Verkaufsstopp sowie den Rückruf bereits ausgelieferter Ware und klagte auf Unterlassung. Die Begründung des Konzerns: Bei Müsliriegeln und Schokolade handle es sich um ähnliche Produkte für dieselbe Zielgruppe zum selben Anlass, weshalb Verwechslungsgefahr bestehe.
In erster Instanz blitzte der Schoko-Konzern ab: Das Landgericht Stuttgart wies die Klage im Jänner 2026 ab, da die Richter keine Markenverletzung feststellen konnten. Ritter Sport legte umgehend Berufung ein.
"Für uns ist es nach wie vor absurd", erklärt Geschäftsführer Matteo Wacker vor dem neuerlichen Verhandlungstag. Das Quadrat sei eine geometrische Grundform und dürfe eigentlich gar nicht geschützt sein. Zudem stelle sein Betrieb Haferriegel her und habe mit Schokolade nichts zu tun.
Aus Angst vor millionenschweren Forderungen zog der Hersteller dennoch Konsequenzen: Um das finanzielle Prozessrisiko zu minimieren, wurde die quadratische Variante vorübergehend gestoppt. Stattdessen verkauft der Betrieb den Riegel bis zu einem rechtskräftigen Urteil in länglicher Form – unter dem Namen "Monnemer Klageriegel".