Kinder in Gefahr

Massive Sicherheitsmängel! ÖAMTC warnt alle Eltern

Crashtest-Alarm beim ÖAMTC: Zwei Kindersitze versagten beim Frontalaufprall völlig. Der Club warnt vor der Verwendung der betroffenen Modelle.
Team Wirtschaft
11.10.2026, 11:43
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Noch während des laufenden Kindersitztests für Herbst 2026 warnt der ÖAMTC gemeinsam mit seinen Partnerclubs ausdrücklich vor den Modellen "Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z" und "Axkid Minikid Core". Beide Sitze zeigten beim Frontalaufpralltest gravierende Sicherheitsmängel.

"Wir erachten das von diesen Sitzen ausgehende Sicherheitsrisiko für so hoch, dass wir uns in der Pflicht sehen, noch vor Veröffentlichung der Gesamtergebnisse am 20. Oktober 2026 auf das gefährliche Verhalten der beiden Modelle aufmerksam zu machen", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

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Dummy aus der Schale geschleudert

Beim Frontalaufpralltest werden die Kindersitze auf einer handelsüblichen Rückbank montiert. Diese wird auf einem Metallschlitten dann auf 50 km/h beschleunigt und anschließend abrupt abgebremst. Für die beiden Kindersitzmodelle war diese Belastung bereits zu hoch.

"Beim Modell von Britax Römer öffnete sich das Gurtschloss des Hosenträgergurtes", erläutert der Testexperte. Der Dummy sei dadurch aus der Babyschale geschleudert worden. Beim Axkid habe sich der Stützfuß entriegelt und sei vollständig eingefahren. Zudem sei das Gurtschloss aus der Sitzschale gebrochen, wodurch das Becken des Dummys nach oben geschleudert worden sei.

Hersteller bietet Austausch an

Die Hersteller der im Test durchgefallenen Kindersitze wurden vorab über die Ergebnisse informiert und reagierten laut Kerbl umgehend.

"Die Verantwortlichen von Britax Römer haben uns mitgeteilt, dass sie derzeit die Ursache für das Versagen des Gurtschlosses untersuchen", berichtet Kerbl weiter. Über das weitere Vorgehen, etwa Austausch, Reparatur, Rückruf oder andere Maßnahmen, solle nach Abschluss der technischen Untersuchung entschieden werden.

Axkid habe mitgeteilt, dass der Verkauf des "Minikid Core" eingestellt wurde und Kunden ein Austausch des getesteten Sitzes gegen einen "Minikid 4 Pro" angeboten werde.

Eltern sollten sich vor Kauf dringend informieren

Die durchgeführten Frontalaufprallversuche im Rahmen der Kindersitztests orientieren sich laut ÖAMTC hinsichtlich der Unfallschwere an den aktuellen Euro NCAP-Fahrzeugcrashtests. Dabei wirken auf die Testprodukte deutlich höhere Kräfte als bei den gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungsversuchen gemäß UN-Regelung 129.

Die Ergebnisse der Kindersitztests der vergangenen Jahre würden zeigen, dass viele Sitzmodelle auch den höheren Anforderungen standhalten und zahlreiche Hersteller die Kriterien des Verbraucherschutztests bereits in der Produktentwicklung berücksichtigen.

"Wir raten Eltern jedenfalls dringend, sich vor dem Kauf von Kindersitzen umfassend über unabhängige Testergebnisse zu informieren", so Kerbl. Die Tests des Clubs böten dafür eine Orientierungshilfe. Die vollständigen Ergebnisse werden am 20. Oktober veröffentlicht.

tmw,11.10.2026, 11:43