Ein Vorfall an einem Bahnübergang in Tirol hat für große Aufregung gesorgt. Ein voll besetzter Schulbus blieb auf den Gleisen stehen, ein herannahender Zug musste mit einer Notbremsung stoppen.
Der Zwischenfall ereignete sich bereits am Mittwoch vergangener Woche an der Hornkreuzung in Kitzbühel. Im Bus befanden sich insgesamt 30 Kinder sowie mehrere Erwachsene.
Nach Angaben der Polizei war der Bus offenbar trotz Rot-Signals auf den Bahnübergang gefahren. Weil das Fahrzeug auf den Gleisen stehen blieb, konnte sich der Schranken nicht vollständig schließen und löste Alarm aus.
Ein herannahender Zug leitete daraufhin eine Notbremsung ein. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.
"Wir können den Vorfall bestätigen und sind uns absolut bewusst, dass dieser zu Ängsten und Verunsicherung bei den Kindern im Bus und deren Eltern geführt hat", erklärten die ÖBB auf Anfrage der "Tiroler Tageszeitung".
Auch Bürgermeister Klaus Winkler spricht von einer brenzligen Situation: "Wir sind knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt."
Auch wenn niemand körperlich verletzt wurde, sitzt der Schreck bei vielen Beteiligten tief. Mehrere Eltern berichten: "Unser Kind steigt in keinen Bus mehr ein."
Die Stadt organisierte bereits am Tag nach dem Vorfall eine Aussprache, an der auch das Kriseninterventionsteam (KIT) des Roten Kreuzes teilnahm. Zehn betroffene Eltern nahmen das Angebot wahr.
Die ÖBB haben nach eigenen Angaben eine interne Prüfung eingeleitet und den betroffenen Fahrer sofort dienstfrei gestellt.
"Wir haben den Sachverhalt umgehend einer internen Prüfung unterzogen und den betroffenen Fahrer sofort dienstfrei gestellt. Wir werden zeitnah über disziplinarische Maßnahmen für den Mitarbeiter entscheiden", heißt es. Laut Polizei wurde zudem Anzeige gegen den Busfahrer erstattet.
Als Reaktion will die Stadt nun die Streckenführung des Busses überprüfen. Die derzeitige Schleife über den Gesundheitshügel soll nach Möglichkeit entfallen.
"Der Bereich mit Eisenbahn und Straße ist dort sehr schwierig. Wir sind bereits im konkreten Kontakt mit dem Verkehrsverbund Tirol, damit der Bus dort nicht mehr fährt", erklärt Bürgermeister Winkler.