Wie durch ein Wunder überlebt

Schuss ins Gesicht – Mann wartet zwei Tage auf Hilfe

Ein 63-Jähriger schoss sich im Vollrausch in Floridsdorf versehentlich ins Gesicht, lag danach zwei Tage lang schwer verletzt in seiner Wohnung.
Thomas Peterthalner
01.03.2026, 20:52
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Eine dumme Idee im Rausch kostete einem Wiener am 18. Dezember in einer Wohnung in Wien-Floridsdorf fast das Leben. "Ich habe zwei Flaschen Wodka und sechs Flaschen Wein getrunken", erzählt der 63-Jährige, der nun am Wiener Landl vor Gericht stand. Im Rausch begann der Wiener mit einer kleinen Pistole zu hantieren – das war keine gute Idee. Denn plötzlich löste sich ein Schuss, traf den 63-Jährigen voll ins Gesicht. "Ich kann mich an nichts erinnern", so der 63-Jährige. "Alles ist schwarz geworden."

"Weiß nicht, wie ich überlebt habe"

Die Hilfe kam fast zu spät. Der Wiener lag zwei Tage lang schwer verletzt in seinen eigenen vier Wänden – überlebte wie durch ein Wunder. "Warum, weiß ich auch nicht. Es hat halt noch nicht so weit sein sollen", so der 63-Jährige zu "Heute". Nun stand er wegen illegalen Waffenbesitzes vor Gericht in Wien. Der mehrfach wegen Körperverletzung vorbestrafte Mann hatte gegen ein Waffenverbot verstoßen.

Am Auge schwer verletzt

Die kleine Kompakt-Pistole der Marke Star, Kaliber 6,35 mm, hatte der Mann im Wasserpark in Floridsdorf gefunden und mit nach Hause genommen. Beim Hantieren hatte er offenbar vergessen, dass sich noch eine Patrone im Lauf der Waffe befand. Der Schuss löste sich, die Kugel durchschlug den Kiefer des Mannes, ein Auge wurde schwer verletzt.

Bekannter entdeckte Verletzten

"Ich bin zwei Tage lang in der Wohnung gelegen und in meinem eigenen Blut munter geworden." Erst ein Bekannter, der sich Sorgen machte, fand den Schwerverletzten schließlich in der Wohnung. "Ein Monat lang bin ich im Spital gelegen, musste mehrfach operiert werden."

Strafverteidiger Roland Friis vertrat in der Causa.
Sabine Hertel

Mit Augenklappe vor Gericht

Schwer gezeichnet saß der Wiener nun mit Augenklappe vor der Richterin. Warum er die Pistole trotz Verbots mitnahm, wollte die Richterin wissen. "Weil ich blöd war. Die Waffe ist das größte Klumpert, das es gibt."

"Folgen sind für ihn Höchststrafe"

Top-Verteidiger Roland Friis bat um Milde: "Die Folgen seines Handelns sind für ihn schon jetzt die Höchststrafe. Er war nicht bei Sinnen, hatte nichts Böses vor. Es ist nicht sicher, ob er jemals wieder sehen wird." Tatsächlich steht dem Wiener noch eine weitere Operation am Auge bevor. "Es war der größte Blödsinn meines Lebens", zeigte sich dieser reumütig. Zu dem illegalen Waffenbesitz bekannte er sich schuldig.

Mildes Urteil für den Wiener

Die Richterin zeigte sich nachsichtig. Das milde Urteil: fünf Monate bedingt, bereits rechtskräftig. Die Pistole wurde eingezogen. "Gott sei Dank muss ich nicht in den Häf’n", so der 63-Jährige nach dem Prozess erleichtert.

{title && {title} } pet, {title && {title} } 01.03.2026, 20:52
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