Die Zecken werden wieder aktiv – und mit ihnen steigt die Gefahr der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Österreich gilt insgesamt als Hochrisikogebiet für die durch die Spinnentiere übertragene Virus-Erkrankung. Besonders stark betroffen ist Oberösterreich.
Die aktuellen Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist: 132 Menschen mussten zuletzt österreichweit wegen FSME im Krankenhaus behandelt werden. Fast die Hälfte der Infektionen passierte in Oberösterreich.
Die Krankheit kann schwer verlaufen. Das Virus greift das zentrale Nervensystem an, mögliche Folgen reichen von langanhaltenden neurologischen Schäden bis hin zum Tod. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht.
Gesundheits-Landesrätin und LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) warnt deshalb vor der Gefahr durch Zeckenbisse: "Einzig zuverlässiger Schutz vor FSME ist die Impfung." Die Immunisierung werde in ganz Österreich als Hochrisikogebiet allgemein empfohlen.
"Darum appelliere ich an alle Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher, die Gefahren eines Zeckenstichs nicht zu unterschätzen und die Möglichkeit der Zeckenschutzimpfung frühzeitig zu nützen", betont Haberlander.
Auch Experten warnen vor schweren Verläufen: "FSME kann durch den Befall des zentralen Nervensystems sehr schwerwiegend verlaufen und langanhaltende neurologische Folgeschäden verursachen, in seltenen Fällen sogar zum Tod führen."
Besonders alarmierend: Im vergangenen Jahr mussten in Oberösterreich mehrere Kinder wegen schwerer Verläufe im Krankenhaus behandelt werden.
Die Impfung gilt als sehr wirksam. Laut Auswertung von Experten der MedUni Wien konnten in den vergangenen 25 Jahren in Österreich mehr als 10.000 potenziell lebensgefährliche FSME-Erkrankungen mit Spitalsaufenthalt verhindert werden – sowie rund 80 Todesfälle.
Darum läuft auch heuer wieder eine Impfaktion bei vielen Bezirkshauptmannschaften und Magistraten. Erwachsene zahlen 12,20 Euro, Kinder 10,20 Euro. Ab dem dritten Kind ist die Impfung sogar kostenlos.
Neben den öffentlichen Impfstellen bieten auch niedergelassene Ärzte die FSME-Impfung an. Wichtig: Nach der Grundimmunisierung sind regelmäßige Auffrischungen nötig - zuerst nach drei Jahren, danach alle fünf Jahre, bei über 60-Jährigen alle drei.