In der Podhagskygasse in Wien-Donaustadt fühlt man sich bei Regen fast wie am Wassergrund. Die Straße vor dem Wohnhaus ist seit Jahren nicht asphaltiert – bei Starkregen verwandelt sie sich regelmäßig in eine Seenlandschaft. Die Bewohnerin Sonja G. (Name von Redaktion geändert) wandte sich nun an "Heute" und schildert die ihrer Meinung nach unzumutbaren Zustände.
Autos kommen bei starkem Regen kaum durch, manche Fahrer drehen direkt wieder um. Auch Taxis fahren oft nicht bis zur Adresse, weil sie mit den riesigen Lacken vor dem Wohnhaus nicht klarkommen. Besuch bekommt man hier besser nur bei Schönwetter, witzelt Sonja G.
Besonders kurios: In unmittelbarer Nähe existiert bereits eine asphaltierte Straße. Doch laut der Leserin darf diese von den Bewohnern nicht verwendet werden – aus welchen Gründen, sei völlig unklar. Die Folge: Tagtäglich kämpfen sich die Anrainer über den matschigen Untergrund – bei Regen mit nassen Füßen, bei Trockenheit mit Staub und Dreck.
"Brauchen nicht in die Seestadt fahren, haben eh den See vor der Haustür", so die bitter-ironische Bemerkung von Sonja G. Seit ihrem Einzug vor ein paar Jahren, sagt sie, habe sich an der Situation nichts geändert.
Die MA 28, zuständig für Straßenverwaltung und Straßenbau, bestätigt auf "Heute"-Anfrage: Der Ausbau der Verkehrsflächen im Stadterweiterungsgebiet Podhagskygasse steht kurz bevor. Geplant ist der Start der Arbeiten für Sommer 2025.
Dann sollen die Straßen, Fuß- und Radwegverbindungen hergestellt werden. Unter dem Motto "Raus aus dem Asphalt" sind zudem 13 neue Bäume direkt in der Podhagskygasse geplant, insgesamt 43 Bäume im gesamten Grätzel. Gleichzeitig soll endlich auch eine funktionierende Straßenentwässerung geschaffen werden.
In der Podhagskygasse wird laut Stadt ein rund sechs Meter breiter Geh- und Radweg entstehen – komfortabel, sicher und barrierefrei. Klingt gut, aber für die Anrainer kommt diese Verbesserung etwas spät.
Denn bis zur tatsächlichen Umsetzung bleiben nur Frust, Pfützen und improvisierte Wege durch den Matsch. Für Sonja G. und viele andere heißt es bis dahin: Durchhalten. Oder – wie sie es sarkastisch ausdrückt – einfach weiter das "Haus am See" genießen.