Der Herbst zeigt sich in Österreich bereits von seiner kühleren Seite. Die Tage werden kürzer, die Nächte frischer, und in manchen Regionen liegt am Morgen Nebel über Wiesen und Tälern. Genau jetzt kommt eine jahrhundertealte Bauernregel ins Spiel, die dem Wetter am 25. September erstaunlich viel Bedeutung beimisst.
Am Freitag, dem 25. September, wird der Gedenktag des heiligen Kleophas begangen. Für diesen Tag gibt es eine Wetterweisheit, die bis heute für Aufmerksamkeit sorgt:
„Nebelt’s an St. Kleophas, wird der ganze Winter nass.“
Die Frage ist also: Zeigt sich am Himmel über Österreich Nebel – und lässt sich daraus tatsächlich etwas über den kommenden Winter ableiten?
Die aktuelle Wetterlage für Österreich zeigt rund um den 25. September ein regional unterschiedliches Bild. Während sich in einigen Tälern und Becken am Morgen Nebelfelder halten können, setzt sich tagsüber vielerorts zunehmend die Sonne durch.
Besonders in den typischen Nebelregionen des Flachlands und in inneralpinen Tälern kann die alte Bauernregel daher zumindest optisch Nahrung bekommen. Von einem österreichweit einheitlichen Nebeltag kann allerdings keine Rede sein.
Nach der alten Überlieferung wäre Nebel am Kleophas-Tag ein Warnsignal für die kommenden Monate. "Nebelt’s an St. Kleophas, wird der ganze Winter nass" lässt wenig Spielraum für Interpretationen.
Übertragen auf Österreich würde das einen Winter mit häufigen Niederschlägen bedeuten – je nach Höhenlage also mit Regen, Schnee oder wechselhaften Wetterphasen. Doch so spannend die Regel klingt: Einen wissenschaftlich belastbaren Blick in den Winter erlaubt sie nicht.
Der heilige Kleophas ist vor allem aus dem Lukasevangelium bekannt. Dort wird von einem Jünger berichtet, dem Jesus nach der Auferstehung auf dem Weg nach Emmaus begegnet sein soll.
Historisch ist über Kleophas nur wenig gesichert. Sein Gedenktag am 25. September fand jedoch Eingang in den traditionellen Kalender – und damit auch in die bäuerliche Wetterbeobachtung.
Bauernregeln entstanden lange vor Satelliten, Wettermodellen und modernen Messstationen. Sie beruhen auf Beobachtungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Manche Regeln können regionale Wettererfahrungen widerspiegeln – eine verlässliche Langzeitprognose sind sie jedoch nicht.
Auch moderne Wettermodelle stoßen bei langfristigen Vorhersagen an Grenzen. Je weiter der Blick in die Zukunft reicht, desto größer wird die Unsicherheit. Das gilt umso mehr für eine Aussage, die aus dem Wetter eines einzigen Septembertages auf Dezember, Jänner und Februar schließen will.