Am Samstag, 3. Oktober, wird es in ganz Österreich laut. Zwischen 12 und 13 Uhr werden beim jährlichen Zivilschutz-Probealarm die Sirenen getestet. Für die Bevölkerung ist der Test zugleich eine Möglichkeit, die verschiedenen Warnsignale und das richtige Verhalten im Ernstfall aufzufrischen.
Neben den Sirenen spielen heuer auch digitale Warnmöglichkeiten eine Rolle. Zusätzlich zu AT-Alert steht mit ZIVA eine Zivilschutz-App des Österreichischen Zivilschutzverbandes zur Verfügung.
"Warnen allein reicht nicht – die Menschen müssen auch wissen, was zu tun ist. Ein funktionierendes Warnsystem ist ein wesentlicher Bestandteil des Zivilschutzes. Entscheidend ist aber, dass aus einer Warnung auch richtiges Handeln folgt. Genau hier setzt ZIVA an: Die App verbindet aktuelle Informationen, persönliche Vorsorge und Warnungen. Sie begleitet die Menschen damit auch über den eigentlichen Alarm hinaus", erklärt Andreas Hanger, Präsident des Österreichischen Zivilschutzverbandes.
Entwickelt wurde ZIVA vom Österreichischen Zivilschutzverband. Die App bündelt Informationen zu Gefahren, Empfehlungen für die persönliche Vorsorge und Warnungen in Echtzeit. Nutzer können sich außerdem für mehrere wichtige Aufenthaltsorte Warnungen anzeigen lassen.
Die Sirenen bleiben weiterhin ein wichtiger Teil des österreichischen Warnsystems. Beim Probealarm werden neben dem Testsignal auch die drei Signale Warnung, Alarm und Entwarnung ausgelöst.
Warnung: Ein gleichbleibender Dauerton ertönt drei Minuten lang. Er bedeutet, dass sich eine Gefahr nähert. Betroffene sollen Radio, Fernsehen oder offizielle Informationskanäle verfolgen und weitere Anweisungen beachten.
Alarm: Eine Minute lang ist ein auf- und abschwellender Heulton zu hören. Er signalisiert unmittelbare Gefahr. In diesem Fall sollen schützende Bereiche aufgesucht und die Anweisungen der Behörden befolgt werden.
Entwarnung: Ein einminütiger gleichbleibender Dauerton zeigt das Ende der Gefahr an. Weitere Informationen sollen dennoch beachtet werden.
Der Zivilschutzverband ruft dazu auf, den Probealarm zu nutzen, um sich die Bedeutung der einzelnen Signale wieder in Erinnerung zu rufen.
Die ZIVA-App soll nicht erst bei einer akuten Gefahr zum Einsatz kommen. Sie bietet auch Empfehlungen und Checklisten, mit denen sich Haushalte auf mögliche Notfälle vorbereiten können.
Im Ernstfall stellt die App zudem aktuelle Warninformationen und Handlungsempfehlungen bereit. Damit sollen sich die unterschiedlichen Systeme ergänzen: Sirenen weisen auf eine Gefahr hin, AT-Alert übermittelt Warnungen auf kompatible Mobiltelefone und ZIVA liefert zusätzliche Informationen sowie Empfehlungen zur Vorsorge und zum Verhalten.
Der Zivilschutzverband empfiehlt, den 3. Oktober auch für einen persönlichen Vorsorge-Check zu verwenden. Familien sollten etwa klären, ob alle die Sirenensignale kennen und wissen, wo sie im Ernstfall verlässliche Informationen erhalten.
Außerdem könne überprüft werden, ob ein Notvorrat für mehrere Tage vorhanden ist, Taschenlampen, Radio und andere wichtige Geräte funktionieren sowie Medikamente und wichtige Dokumente griffbereit sind. Wer ZIVA verwendet, kann zudem kontrollieren, ob die relevanten Aufenthaltsorte in der App hinterlegt sind.
"Zivilschutz beginnt nicht erst im Katastrophenfall. Wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall ruhiger und sicherer handeln", betont Hanger.
Der bundesweite Probealarm am 3. Oktober soll damit nicht nur die Technik auf die Probe stellen, sondern auch die Bevölkerung mit den Warnsignalen und den notwendigen Schritten im Ernstfall vertraut machen.