Bittere Ergebnisse

So schlecht schneidet Männer-Kosmetik in neuem Test ab

Immer mehr Männer greifen zu Kosmetik und Hautpflege. Die AK nahm das zum Anlass, Produkte zu testen. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd.
17.10.2026, 09:11
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Kosmetik- und Hautpflegeprodukte für Männer haben sich von einem Nischenmarkt zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Sie tragen Hinweise wie "men", "homme" oder "Männer" und zielen damit unmissverständlich auf potenzielle Kunden ab.

17 dieser Erzeugnisse haben die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ gemeinsam mit "Die Umweltberatung" getestet. Das eindeutige Resultat: Nur drei sind empfehlenswert.

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Billigste Produkte am besten

Die Details: Die Tester bewerteten, ob die Inhaltsstoffe für die Gesundheit und die Umwelt bedenklich sind. Unter den 17 geprüften Waren waren sowohl etablierte Handelsmarken wie Nivea oder Sisley als auch Eigenmarken wie bi good von Bipa und Balea von dm. Die Preise reichten von 3,59 Euro bis 268 Euro.

Unter den drei empfehlenswerten Produkte befanden sich die beiden billigsten. Sie enthalten keine bedenklichen Stoffe. Neun Erzeugnisse gelten als bedingt empfehlenswert. Der häufigste Grund dafür ist, dass sie über kennzeichnungspflichtige Duftstoffe wie beispielsweise Coumarin und Citral verfügen.

Diese müssen aufgrund ihres allergenen Potenzials auf der Verpackung ausgewiesen sein. Sie können bei Menschen mit Allergien oder empfindlicher Haut gesundheitliche Probleme hervorrufen. Erfreulicherweise gibt es Alternativen, die ohne diese kennzeichnungspflichtigen Duftstoffe auskommen.

Fünf Erzeugnisse nicht empfehlenswert

Fünf Produkte wurden als nicht empfehlenswert bewertet. Sie beinhalten Stoffe, die für den Menschen und/oder die Umwelt bedenklich sind. Kunststoffe etwa gelangen nach dem Abspülen von der Haut in das Abwasser und bleiben dort lange. Kleinste Partikel (Mikroplastik) können auch Fremdstoffe, die an diesen Teilchen haften, in den Körper einschleusen.

Methylparaben und Butylhydroxytoluol (BHT) stehen wegen ihrer hormonverdächtigen Eigenschaften auf den sogenannten Endocrine-Disruptor-Listen nationaler Umweltbehörden: Die Stoffe wirken im Körper wie natürliche Hormone und können Gesundheitsprobleme verursachen.

Zum Beispiel steht BHT im Verdacht, die Schilddrüsenfunktion sowie Wachstum und Fruchtbarkeit in Lebewesen einzuschränken. Bei Methylparaben wird vermutet, dass es hormonelle Störungen wie Veränderungen der Geschlechtsorgane bei Tieren verursacht.

Die Stoffe gelangen jedoch nur sehr langsam und in minimalen Mengen über die menschliche Haut in die Blutbahn. Die europäische Gesundheitsbehörde EFSA stuft das hormonelle Risiko durch Pflegeprodukte als vernachlässigbar ein.

Cyclopentasiloxane oder Cyclohexasiloxane sind sehr schlecht abbaubar und reichern sich in Organismen an. Selbst Kläranlagen können das flüssige Silikon kaum filtern, weshalb es eine Gefahr für das Trinkwasser und Wasserorganismen darstellt.

Nehmen Lebewesen diese Stoffe von Lebewesen auf, werden sie nur sehr langsam wieder ausgeschieden. Dadurch sammeln sie sich nach und nach in Lebewesen an. Sie stehen deshalb auf der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe der EU.

Das empfiehlt die AK:

  • Am besten orientiert man sich an Tests – die AK veröffentlicht regelmäßig Bewertungen von Kosmetikprodukten.
  • Die ToxFox-App nutzen und Produkte auf Inhaltsstoffe scannen. Über den Barcode identifiziert die App Erzeugnisse, die sie empfiehlt oder als gefährlich einstuft – wegen hormonell verdächtiger Schadstoffe, Nanopartikel, PFAS, Mikroplastik und anderer Kunststoffe.
    Die App kann auf www.bund.net/themen/chemie/toxfox heruntergeladen werden.

Die detaillierten Ergebnisse des aktuellen Tests findet man hier.

red, 17.10.2026, 09:11
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