Für US-Präsident Donald Trump wird es ernst. Am Dienstag, dem 3. November, finden in den USA die sogenannten Midterms statt. Bei diesen Zwischenwahlen entscheiden die Amerikaner darüber, wie viel Macht Trump in den verbleibenden zwei Jahren seiner Amtszeit noch hat. Für den Republikaner könnte es eine unangenehme Nacht werden.
Gewählt werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 35 der 100 Senatoren. Dazu kommen Gouverneurswahlen in 36 Bundesstaaten. Derzeit kontrollieren Trumps Republikaner beide Kammern des Kongresses. Doch besonders im Repräsentantenhaus ist ihre Mehrheit hauchdünn.
Die Demokraten wollen die Unzufriedenheit vieler Amerikaner mit der Regierung nutzen. Hohe Lebenshaltungskosten und Trumps umstrittene Politik prägen den Wahlkampf. Traditionell verliert die Partei des amtierenden Präsidenten bei den Midterms an Unterstützung.
Für eine Mehrheit im Repräsentantenhaus benötigen die Demokraten 218 Sitze. Im Senat ist die Ausgangslage schwieriger: Dort halten die Republikaner derzeit 53 der 100 Mandate. Besonders spannend werden unter anderem die Rennen in Maine, North Carolina, Ohio und Alaska.
Sollten die Demokraten das Repräsentantenhaus erobern, könnten sie Trumps Gesetzesvorhaben blockieren und Untersuchungen gegen seine Regierung einleiten. Noch schwerwiegender wäre der Verlust beider Kammern. Dann könnte die Opposition auch wichtige Personalentscheidungen verhindern, etwa die Ernennung neuer Bundesrichter.
In den USA spricht man in einem solchen Fall von einer "Lame Duck", einer lahmen Ente. Trump bliebe zwar Präsident, sein politischer Handlungsspielraum wäre aber deutlich eingeschränkt. Auch ein neues Amtsenthebungsverfahren wäre denkbar, eine tatsächliche Absetzung würde allerdings eine Zweidrittelmehrheit im Senat erfordern.
Für österreichische Beobachter wird es vor allem in der Nacht auf Mittwoch spannend. Die ersten Wahllokale schließen um Mitternacht unserer Zeit, im Laufe der Nacht werden weitere Ergebnisse erwartet. Bei knappen Rennen könnte die Auszählung aber noch mehrere Tage dauern.
Eines steht jedenfalls fest: Trump selbst wird am Dienstag nicht gewählt. Trotzdem könnte das Ergebnis darüber entscheiden, wie viel er bis zum Ende seiner Amtszeit im Jänner 2029 noch durchsetzen kann.