Eklat vor Midterms

Demokratin unterstützt plötzlich Trump-Kandidaten

Kurz vor den US-Zwischenwahlen sorgt Haley Stevens für Aufregung. Die Demokratin unterstützt plötzlich den Republikaner Mike Rogers.
02.11.2026, 07:26
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Politischer Paukenschlag in den USA! Nur zwei Tage vor den Zwischenwahlen ("Midterms") am Dienstag sorgt die Demokratin Haley Stevens für einen heftigen Streit innerhalb ihrer eigenen Partei. Die Kongressabgeordnete aus Michigan hat überraschend angekündigt, den republikanischen Senatskandidaten Mike Rogers zu unterstützen. Und das, obwohl sie ihn in den vergangenen Monaten immer wieder scharf kritisiert hatte.

Der Grund für den überraschenden Seitenwechsel ist ein Streit mit ihrem Parteikollegen Abdul El-Sayed. Dieser hatte sich bei einer parteiinternen Vorwahl knapp gegen Stevens durchgesetzt und tritt nun für die Demokraten gegen Rogers an.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

In einem auf X veröffentlichten Video erklärte Stevens, El-Sayed habe ihr klargemacht, dass sie in seinem Wahlkampf nicht länger willkommen sei. "Und er hat recht, weswegen ich Mike Rogers für den US-Senat unterstütze", sagte sie.

Wahlwerbung sorgt für heftigen Streit

Auslöser der Auseinandersetzung war eine umstrittene Wahlwerbung einer liberalen Gruppe. Darin wurde Israel für die hohen Lebensmittelpreise in den USA verantwortlich gemacht. El-Sayed distanzierte sich von der Anzeige und erklärte, nichts mit deren Inhalt zu tun zu haben.

Stevens' Verlobter Jason Turkish kündigte daraufhin an, bei der Senatswahl für den Republikaner Rogers zu stimmen. Wenig später soll El-Sayeds Wahlkampfteam Stevens gebeten haben, einem geplanten gemeinsamen Wahlkampfauftritt fernzubleiben.

Am Sonntag zeigte sich Stevens schließlich öffentlich an der Seite von Rogers. Dabei erhob sie schwere Vorwürfe gegen ihren bisherigen Parteikollegen. Was die Menschen in Michigan ausmache, habe nichts mit Hass zu tun. Genau diesen erlebe man aber derzeit im Wahlkampf des demokratischen Kandidaten, kritisierte sie.

Demokraten sprechen von "Verrat"

Innerhalb der Demokratischen Partei löste Stevens' Entscheidung heftige Reaktionen aus. Laut US-Medien traten mehrere ihrer Mitarbeiter unmittelbar nach der Ankündigung zurück.

Der Vorsitzende der Demokraten in Michigan, Curtis Hertel, warf Stevens vor, ihre bisherigen politischen Überzeugungen aufgegeben zu haben.

Auch die Parteispitze reagierte empört. Ken Martin, Vorsitzender des Democratic National Committee, bezeichnete die Unterstützung für Rogers als "Verrat an den Werten der Demokratischen Partei".

Noch deutlicher wurde der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Er sprach von einem "verabscheuungswürdigen Verrat" und stellte klar, dass seine Partei weiterhin geschlossen hinter El-Sayed stehe.

Trump mischt sich in den Streit ein

US-Präsident Donald Trump dürfte die Entwicklung freuen. Auf seiner Plattform Truth Social kommentierte er den überraschenden Seitenwechsel mit den Worten: "Wow, das ist eine große Sache!"

Trump hatte El-Sayed zuvor wiederholt scharf angegriffen. Den bekennenden Muslim bezeichnete er als "Mohammed" und warf ihm vor, ein "Sympathisant von Terroristen" zu sein.

El-Sayed, der von Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez unterstützt wird, fordert unter anderem ein Ende der amerikanischen Militärhilfen für Israel, eine Krankenversicherung für alle und die Abschaffung der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE.

El-Sayed lässt Kritik kalt

Der demokratische Senatskandidat selbst gab sich am Sonntag unbeeindruckt. "Am Ende des Tages denke ich eigentlich gar nicht an Haley Stevens", erklärte er gegenüber Journalisten. "Das alles spielt keine Rolle."

Brisant ist der Streit vor allem wegen der bevorstehenden Wahl. Das Rennen um den Senatssitz in Michigan gilt als besonders umkämpft. El-Sayed lag in mehreren Umfragen vor seinem republikanischen Konkurrenten, zuletzt war sein Vorsprung allerdings geschrumpft.

Am Dienstag, dem 3. November, werden in den USA alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze neu vergeben. Die Republikaner wollen ihre knappen Mehrheiten verteidigen, während die Demokraten auf einen Machtwechsel im Kongress hoffen.

red, 02.11.2026, 07:26
Weitere Storys