Harte Abrechnung mit Trump

"Notbremse" – jetzt platzt selbst Obama der Kragen

Trump hat seine Stimme für die Kongresswahlen bereits abgegeben. Obama greift ihn scharf an und warnt vor dem "Wahnsinn" seiner Politik.
25.10.2026, 15:47
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Zehn Tage vor den Kongresswahlen am 3. November hat US-Präsident Donald Trump bereits seine Stimme abgegeben. Der 80-Jährige erschien am Samstag gemeinsam mit seiner Ehefrau Melania in einem Wahllokal in West Palm Beach im Bundesstaat Florida.

Das Wahllokal befindet sich unweit seiner Privatresidenz Mar-a-Lago. Nach der Stimmabgabe zeigte sich Trump mit einem Aufkleber, auf dem "I voted" (Ich habe gewählt) stand.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Trump wiederholt falsche Wahlbehauptung

Bei seinem Auftritt wurde der Präsident von Journalisten auch auf Korruption angesprochen. Trump wies die Vorwürfe von sich und erklärte, die "echte Korruption" sei bei den oppositionellen Demokraten zu finden. Außerdem griff er erneut die Präsidentschaftswahl von 2020 auf. "Es war eine manipulierte Wahl, aber ich habe mit Millionen Stimmen Vorsprung gewonnen", behauptete Trump.

Diese Darstellung ist falsch. Trump hatte die Wahl 2020 gegen Joe Biden verloren. Erst vier Jahre später gewann er erneut die Präsidentschaftswahl und kehrte Anfang 2025 ins Weiße Haus zurück.

Obama spricht von "Notbremse"

Unterdessen mischte sich Ex-Präsident Barack Obama am Samstag in den Wahlkampf ein. Bei Auftritten in Cleveland und Detroit kritisierte er Trump und dessen Regierung scharf.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung für den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed in Michigan bezeichnete Obama die bevorstehende Abstimmung als "Notbremse", mit der sich "zumindest einen Teil des Wahnsinns" der Trump-Präsidentschaft eindämmen lasse.

Besonders deutlich wurde der frühere Präsident bei seinen Korruptionsvorwürfen. "Wir haben noch nie einen Präsidenten gesehen, der sich so unverhohlen auf Ihre Kosten bereichert hat", sagte Obama.

Auch die Republikanische Partei nahm er ins Visier. Diese scheine inzwischen "für eine korrupte Regierung, eine unfähige Führung oder gar keine Regierung zu stehen". Darüber hinaus kritisierte Obama die Iran-Politik der US-Regierung.

Demokraten wollen Kongress zurückerobern

Bei den Zwischenwahlen am 3. November stehen sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der insgesamt 100 Senatssitze zur Wahl. Die Demokraten wollen den Republikanern die Mehrheit in beiden Kammern abnehmen. Besonders im Repräsentantenhaus rechnen sie sich Chancen aus.

Obama soll mit seinen Wahlkampfauftritten zusätzliche demokratische Wähler mobilisieren. In Michigan richtet sich die Aufmerksamkeit unter anderem auf das umkämpfte Rennen um einen Senatssitz. Trump steht vor den Wahlen unter Druck. Seine Zustimmungswerte sind niedrig, unter anderem wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten und des umstrittenen Iran-Kriegs.

Sorge vor neuen Betrugsvorwürfen

Obwohl Trump selbst die Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe genutzt hat, kritisiert er seit Jahren insbesondere die Briefwahl. Er behauptet immer wieder, diese sei anfällig für Betrug. Für einen weitverbreiteten Wahlbetrug in den USA gibt es allerdings keine Belege.

Beobachter befürchten deshalb, dass Trump bei möglichen Verlusten seiner Partei erneut Zweifel am Wahlergebnis äußern könnte. Sollten die Demokraten eine oder beide Kongresskammern gewinnen, könnten sie die politische Handlungsfreiheit des Präsidenten deutlich einschränken.

red, Akt. 25.10.2026, 15:59, 25.10.2026, 15:47