Wut auf US-Präsidenten

"No Kings Day" – Millionen gegen Trump auf der Straße

Millionen Amerikaner gingen am Samstag in den USA gegen Donald Trump auf die Straße. Kurz vor den Kongresswahlen wächst der Protest.
18.10.2026, 12:37
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Von New York bis Los Angeles, von Chicago bis Washington: In den USA sind am Samstag Millionen Menschen gegen Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "No Kings" (Keine Könige) protestierten sie gegen seine Politik und seinen Regierungsstil.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Am 3. November stehen in den Vereinigten Staaten die wichtigen Kongresswahlen an. Die Protestbewegung will die Amerikaner dazu bewegen, ihre Stimme abzugeben.

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"Wählt, als ob eure Demokratie davon abhängt"

In der Hauptstadt Washington versammelten sich Demonstranten mit Regenschirmen und Plakaten. Darauf standen Botschaften wie "Wählt Menschlichkeit" oder "Wählt, als ob eure Demokratie davon abhängt".

"Es ist gut, seine Wut auszudrücken, und wir haben eine lange Liste an Beschwerden", erklärte die pensionierte Lehrerin Sabine Carlson. Doch noch wichtiger sei es, tatsächlich wählen zu gehen.

Ein 52-jähriger Kriegsveteran zeigte sich besonders betroffen. Er sei von der Entwicklung seines Landes in den vergangenen eineinhalb Jahren so enttäuscht, dass er um die USA "trauere". Nun hoffe er auf eine deutliche Reaktion der Bevölkerung bei den Wahlen.

Protestwelle erfasst die gesamten USA

Landesweit fanden Tausende Veranstaltungen statt. Anders als bei früheren Großdemonstrationen setzten die Organisatoren diesmal verstärkt auf kleinere Aktionen. Autokorsos mit Hupkonzerten, Nachbarschaftstreffen und Konzerte sollten möglichst viele Menschen erreichen.

In Atlanta im Bundesstaat Georgia hielten Demonstranten Schilder mit Aufschriften wie "Trump zerstört Amerika" und "Demokratie statt Autokratie" hoch.

Auch in Houston im Bundesstaat Texas gingen zahlreiche Menschen auf die Straße. Dort forderten Teilnehmer unter anderem ein Ende der Korruption. In Los Angeles marschierten Demonstranten bis zum Rathaus und zeigten Plakate mit der Aufschrift "Keine Könige".

Trump-Gegner fürchten um die Demokratie

Die Bewegung "No Kings" organisiert seit 2025 Proteste gegen den US-Präsidenten. Ihre Anhänger werfen dem 80-Jährigen vor, zunehmend autoritär zu regieren und demokratische Institutionen zu schwächen.

Bereits Ende März hatte die Bewegung landesweit zu Massenprotesten aufgerufen. Nach eigenen Angaben beteiligten sich damals mindestens acht Millionen Menschen.

Nun richtet sich der Blick auf die bevorstehenden Kongresswahlen. Die Aktivistin Alma Couverthie warnte vor möglichen Versuchen der Trump-Regierung, das Wahlergebnis zu beeinflussen. Sie forderte deshalb eine möglichst hohe Wahlbeteiligung, damit das Ergebnis nicht angezweifelt werden könne.

Am 3. November wird es für Trump ernst

Bei den sogenannten Midterms werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu gewählt.

Für Trump steht politisch viel auf dem Spiel. Die oppositionellen Demokraten hoffen, die Unzufriedenheit über hohe Lebenshaltungskosten und den umstrittenen Iran-Krieg für sich nutzen zu können.

Sollten die Republikaner ihre Mehrheiten im Kongress verlieren, könnte das Trumps politischen Handlungsspielraum erheblich einschränken. Eine demokratische Mehrheit könnte wichtige Gesetzesvorhaben blockieren und die Kontrolle über seine Regierung verstärken.

Eines steht jedenfalls fest: Trump selbst steht am 3. November nicht zur Wahl. Seine zweite Amtszeit endet regulär erst im Jänner 2029. Die nächste US-Präsidentschaftswahl findet im November 2028 statt.

NW, 18.10.2026, 12:37