Plötzlich wieder Freunde

Musk pumpt 276 Millionen in Wahlkampf für Trump

Erst erbitterter Streit, dann die überraschende Versöhnung: Elon Musk ist still und leise zum größten Geldgeber der US-Kongresswahlen aufgestiegen.
13.10.2026, 11:32
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Noch im Juni 2025 flogen zwischen Elon Musk (55) und Donald Trump (80) die Fetzen. Der Milliardär attackierte die Politik des US-Präsidenten, Trump drohte ihm mit dem Entzug milliardenschwerer Regierungsaufträge und Förderungen. Musk wollte sogar eine eigene Partei gründen. Die einstigen Verbündeten schienen endgültig zerstritten.

Doch dann kam die überraschende Wende. Bei der Trauerfeier für den ermordeten Trump-Anhänger Charlie Kirk im September 2025 saßen die beiden plötzlich wieder nebeneinander. Sie unterhielten sich, schüttelten einander die Hände. Musk veröffentlichte anschließend ein gemeinsames Foto mit den Worten "For Charlie" („Für Charlie“).

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Trump nennt Musk "modernen Thomas Edison"

Seitdem haben sich die beiden offenbar wieder angenähert. Allein in den vergangenen zwei Wochen traten Trump und Musk dreimal gemeinsam auf. Der bisherige Höhepunkt der Versöhnung folgte am vergangenen Donnerstag: Trump überreichte Musk in Washington die "National Medal of Science", eine der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der USA. Dabei schwärmte er von seinem einstigen Widersacher als "unserem modernen Thomas Edison".

Doch die Annäherung geht weit über freundliche Worte und gemeinsame Auftritte hinaus. Wie die "New York Times" jetzt enthüllt, ist Musk inzwischen zum größten bekannten Geldgeber des gesamten US-Kongresswahlkampfs geworden.

Seit Anfang Juli hat der reichste Mann der Welt mehr als 276 Millionen Dollar (247 Millionen Euro) in die Unterstützung von Trumps Republikanern gesteckt.

Millionen für Trumps Mehrheit im Senat

Allein 158 Millionen Dollar flossen an den "Senate Leadership Fund", der die republikanische Mehrheit im Senat sichern soll. Weitere 76 Millionen Dollar investierte Musk in seine eigene Wahlkampforganisation "America PAC". Diese hat nach eigenen Angaben bereits an rund 6,5 Millionen Haustüren geklopft, um republikanische Wähler zur Stimmabgabe zu bewegen.

Besonders viel Geld fließt nach Texas. Dort unterstützt Musk mit weiteren zehn Millionen Dollar den republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton, der gegen den Demokraten James Talarico antritt.

Musk hält sich diesmal im Hintergrund

Für Trump steht bei den Midterms am 3. November viel auf dem Spiel. Die Republikaner kontrollieren derzeit beide Kammern des Kongresses, doch Umfragen zeigen erhebliche Verlustrisiken.

Bemerkenswert ist auch Musks Kehrtwende bei den Wahlkampfspenden. Noch im Mai 2025 hatte er angekündigt, künftig deutlich weniger Geld für Politik ausgeben zu wollen. Tatsächlich hat er im gesamten Wahlzyklus 2025/26 bereits rund 366 Millionen Dollar gespendet – mehr als die 290 Millionen Dollar im Präsidentschaftswahlkampf 2024.

Diesmal allerdings verzichtet der Milliardär auf große Wahlkampfauftritte. Während er Trump 2024 noch persönlich auf der Bühne unterstützte, überlässt er den Wahlkampf jetzt weitgehend seinen Mitarbeitern. Das große Geld fließt trotzdem weiter.

NW, 13.10.2026, 11:32